Was kostet ein Maler in Österreich? Preise 2026
Für Malerarbeiten in Österreich gibt es nur eine unabhängige, öffentlich zugängliche Preiserhebung, und sie rechnet nach Stunden, nicht nach Quadratmetern. Die Arbeiterkammer hat bis November 2025 bei 15 Wiener Malerbetrieben nachgefragt: Die Facharbeiterstunde kostete im Schnitt 78,05 Euro brutto, die Spanne reichte von 60,00 bis 114,00 Euro. Ein Quadratmeterpreis fürs Ausmalen steht in diesem Artikel bewusst nicht, weil es dafür keine nachprüfbare österreichische Quelle gibt.
Zwei weitere Punkte entscheiden über die Rechnung, und beide sind spezifisch österreichisch. Der erste bestimmt, wen du überhaupt beauftragen darfst: Maler und Anstreicher ist ein reglementiertes Handwerk. Der zweite steht in kaum einem Angebot, obwohl fast jeder Haushalt ihn braucht, nämlich die Reinigung, nachdem der Maler wieder weg ist.

Ausmalen ist ein reglementiertes Handwerk
Die Gewerbeordnung führt das Malergewerbe in § 94 Z 47 GewO 1994 als „Maler und Anstreicher; Lackierer; Vergolder und Staffierer; Schilderherstellung (verbundenes Handwerk)“. Reglementiert heißt: Für die Anmeldung ist ein Befähigungsnachweis zu erbringen. Die Zugangsverordnung zu diesem Handwerk lässt dafür acht verschiedene Belege zu; der erste ist das Meisterprüfungszeugnis, der vierte ein „Zeugnis über eine ununterbrochene mindestens sechsjährige einschlägige Tätigkeit als Selbständiger oder Betriebsleiter“. Die Meisterprüfung ist also der übliche, aber nicht der einzige Weg. Verbundenes Handwerk heißt: Eine einzige Berechtigung deckt alle vier genannten Zweige ab, wer also lackieren darf, darf auch ausmalen.
Beim Rasenmähen gibt es einen Ausweg über ein freies Gewerbe, beim Ausmalen nicht. Die bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe führt in ihrer Fassung vom 21. Mai 2026 keinen Eintrag für einfache Anstrich- oder Ausmalarbeiten. Wo Malerarbeiten dort überhaupt vorkommen, stehen sie als Ausnahme: Das freie Gewerbe für Kunstharz- und Steinteppichbeläge gilt ausdrücklich „unter Ausschluss der den Bodenlegern, Malern, Anstreichern oder Lackierern oder Steinmetzen einschließlich Kunststeinerzeugern und Terrazzomacher vorbehaltenen Tätigkeiten“. Auch das freie Gewerbe Hausbetreuung deckt nur einfache Reinigung und objektbezogene Wartung ab, kein Streichen.
Die allgemeine Ausnahme in § 31 Abs. 1 GewO bleibt zwar bestehen, sie zieht die Grenze aber selbst: Als einfache Tätigkeit gelten „jedenfalls nicht die für ein Gewerbe typischen Kerntätigkeiten“. Ein freies Gewerbe, das flächiges Ausmalen abdeckt, gibt es nicht. Wie diese Abgrenzung im Detail funktioniert, steht in Handwerker für kleine Arbeiten finden: wer darf was, den Weg in die eigene Berechtigung beschreibt Gewerbe anmelden in Österreich.
Zwei Einschränkungen gehören dazu, sonst kippt die Aussage. Erstens gilt der Vorbehalt für selbstständige, gewerbsmäßige Ausübung. Wer eine Person im eigenen Haushalt anstellt, beauftragt keinen Gewerbetreibenden, und das Gewerberecht greift gar nicht. Zweitens entscheidet im Streitfall die Gewerbebehörde über den Einzelfall, nicht der Auftraggeber. Ob ein Betrieb die passende Berechtigung hat, siehst du kostenlos im Gewerbeinformationssystem Austria; fachliche Auskunft gibt die Bundesinnung der Maler und Tapezierer.
Was sich an Preisen belegen lässt, und was nicht
Die Arbeiterkammer erhebt jährlich Handwerkerpreise in Wien. In der Erhebung mit Stand November 2025 stehen für das Gewerk Maler diese Werte, erfragt bei 15 über Wien gestreuten Betrieben, für Werktage zu Betriebszeiten. Die AK schreibt dazu ausdrücklich: „Alle Preise sind Bruttopreise (inklusive Mehrwertsteuer) in Euro.“
| Position | Minimum | Maximum | Durchschnitt |
|---|---|---|---|
| Stundensatz Facharbeiter | 60,00 Euro | 114,00 Euro | 78,05 Euro |
| Stundensatz Facharbeiter und Helfer | 100,00 Euro | 186,00 Euro | 135,17 Euro |
| Anfahrt im eigenen Bezirk | 0,00 Euro | 102,00 Euro | 49,89 Euro |
| Anfahrt in den angrenzenden Bezirk | 32,40 Euro | 130,00 Euro | 74,06 Euro |
Drei Bedingungen hängen an diesen Zahlen. Sie gelten für Wien, nicht für Österreich. Sie gelten für Werktage zu Betriebszeiten. Und sie enthalten kein Material. Der zweite Wert ist außerdem ein Zwei-Personen-Satz, also der Preis für Facharbeiter und Helfer gemeinsam, nicht der Preis für eine Arbeitskraft. Gestiegen ist der Maler stärker als jedes andere erhobene Gewerk: Die Facharbeiterstunde verteuerte sich gegenüber 2024 um 9,3 Prozent.
Eine Spanne pro Quadratmeter steht hier nicht, und das ist kein Versäumnis. Für Österreich gibt es dazu keine unabhängige Erhebung. Die Werte, die im Netz kursieren, stammen von Vermittlungsportalen und Angebotsseiten ohne nachprüfbare Grundlage, teilweise von Betreibern, die im Impressum als Marketing- oder Vermittlungsagentur ausgewiesen sind. Was du stattdessen tun kannst: Lass dir den Aufwand in Stunden schätzen und rechne mit dem Stundensatz gegen. Ein Angebot, das den Zeitansatz nicht nennt, lässt sich mit keinem zweiten vergleichen.
Die Untergrenze auf der Lohnseite lässt sich dagegen genau beziffern. Die Lohnordnung für Maler, Lackierer und Schilderhersteller sieht ab 1. Mai 2026 für einen Facharbeiter mit Lehrabschlussprüfung nach dem dritten Verwendungsjahr 16,81 Euro brutto je Stunde vor, für einen Helfer 13,53 Euro. Alles zwischen diesem Lohn und dem Stundensatz sind Lohnnebenkosten, Werkzeug, Fahrzeug, Versicherung, Ausfallzeiten, Gewinn und Steuer. Wer das gegenrechnet, erkennt ein Angebot, das nicht kalkuliert sein kann.
Netto oder brutto: der Unterschied ist ein Fünftel
Gegenüber Verbrauchern gilt § 9 Abs. 1 PrAG: „Die Preise sind einschließlich der Umsatzsteuer sowie aller sonstigen Abgaben und Zuschläge auszuzeichnen (Bruttopreise).“ Wird zusätzlich ein Nettopreis genannt, muss der Bruttopreis unmittelbar daneben stehen. Der Normalsteuersatz liegt nach § 10 Abs. 1 UStG bei 20 Prozent. Zwischen zwei scheinbar gleichen Angeboten kann also ein Fünftel liegen, nur weil eines netto gerechnet ist. Steht nichts dabei, frag nach, bevor du vergleichst.
Die Stunde nach dem Maler hat einen eigenen amtlichen Satz
Nach dem Ausmalen ist die Wohnung nicht bezugsfertig. Genau dafür kennt der Dienstleistungsscheck eine eigene Zeile. Die ÖGK führt in ihrer Tabelle der Mindeststundensätze 2026 die „Reinigungskraft nach Professionisten-Einsatz (z. B. Ausmalen der Wohnung)“ mit 22,43 Euro, während die gewöhnliche Reinigungskraft dort mit 16,76 Euro steht.
Der Grund steht im Mindestlohntarif für im Haushalt Beschäftigte, gültig ab 1. Jänner 2026. Dort heißt es in § 4 Z 3, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, „die Reinigungsarbeiten nach Professionistinnen bzw. Professionisten (Malerinnen bzw. Maler, Installateurinnen bzw. Installateure usw.) durchführen, erhalten einen Zuschlag von 4,14 € pro Stunde“. Die Verordnung nennt den Maler also selbst als Anlassfall.
Beim Kauf des Schecks kommen laut ÖGK 1,10 Prozent Unfallversicherung und 0,90 Prozent Verwaltungskosten dazu. Auf die Stunde gerechnet, und das ist eine eigene Rechnung und keine amtliche Zahl, ergibt das rund 22,88 Euro. Damit ist alles abgegolten, denn 9,60 Prozent Urlaubsabgeltung und 25 Prozent Sonderzahlungen sind laut ÖGK bereits eingerechnet; eine zweite Rechnung kommt nicht. Wichtig ist die Abgrenzung: Gedeckt ist die Reinigung nach dem Einsatz, nicht das Ausmalen selbst. § 1 Abs. 1 Dienstleistungsscheckgesetz lässt nur „einfache haushaltstypische Dienstleistungen“ zu, und die ÖGK nennt als nicht abgedeckt ausdrücklich Tätigkeiten, die eine längere Ausbildung erfordern. Wie sich Anstellen und Beauftragen preislich zueinander verhalten, ist am Beispiel der Reinigung in Stundenlohn Putzfrau Österreich 2026 vollständig durchgerechnet.
Kostenvoranschlag, Gewährleistung, Förderung
Nach § 5 KSchG musst du einen Kostenvoranschlag nur zahlen, wenn du vorher auf die Zahlungspflicht hingewiesen wurdest, und seine Richtigkeit gilt als gewährleistet, „wenn nicht das Gegenteil ausdrücklich erklärt ist“. Ist keine Gewährleistung vereinbart, hat der Betrieb nach § 1170a Abs. 2 ABGB eine unvermeidliche beträchtliche Überschreitung unverzüglich anzuzeigen. Die Arbeiterkammer erklärt die Arten von Kostenvoranschlägen im Detail. Was bei Mängeln gilt und warum ein Gewährleistungsausschluss gegenüber Verbrauchern unwirksam ist, steht ausführlich im Ratgeber zu kleinen Handwerksarbeiten.
Eine Förderung gibt es derzeit nicht. Der Handwerkerbonus ist laut Wirtschaftskammer ausgelaufen: Die Einreichfrist für die Förderperiode 2025 endete am 28. Februar 2026, die Frist für Nachreichungen wurde am 30. April 2026 offiziell beendet. Absetzbarkeitsregeln aus dem deutschen Steuerrecht gelten in Österreich nicht; ob steuerlich etwas möglich ist, klärt das Finanzamt oder eine Steuerberatung.
Damit Angebote vergleichbar werden, gehören fünf Posten ausdrücklich hinein: Zeitansatz in Stunden, Material, Vorarbeiten wie Spachteln und Grundieren, Abdecken und Ausräumen, sowie Anfahrt. Die Anfahrt allein bewegt sich laut AK-Erhebung zwischen null und 130,00 Euro. Ausräumen und Abkleben kannst du selbst übernehmen; das ist der Posten, der sich ohne Qualitätsverlust streichen lässt.
Malerbetriebe in der Umgebung finden
Kurze Wege drücken den Preis, weil die Anfahrt bezahlte Zeit ist und im Nachbarbezirk laut AK im Schnitt um rund 24 Euro höher liegt als im eigenen. Auf Lokali beschreibst du als Gesuch, was zu tun ist: Anzahl und Größe der Räume, Zustand der Wände, Wunschfarbe, Ort und Zeitrahmen. Betriebe und Helferinnen und Helfer aus der Region finden das Gesuch über die Umkreissuche.
Wer lieber selbst sucht, sieht die Angebote und Dienstleistungen aus der Umgebung durch oder schlägt im Firmenverzeichnis nach, welche Betriebe eingetragen sind. Weitere Wege zu kurzfristiger Hilfe sammelt Schnell lokale Hilfe finden, den Vergleich mit Vermittlungsportalen zieht MyHammer Alternative für Österreich. Und unabhängig vom Weg: Lass dir Leistungsumfang, Material und Anfahrt vor dem ersten Termin schriftlich bestätigen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Maler in Österreich pro Stunde?
Belegbar ist das nur für Wien. Die Arbeiterkammer hat mit Stand November 2025 bei 15 Wiener Malerbetrieben erhoben: Die Facharbeiterstunde kostet an Werktagen zu Betriebszeiten im Schnitt 78,05 Euro brutto, die Spanne reicht von 60,00 bis 114,00 Euro. Material ist darin nicht enthalten. Für andere Bundesländer gibt es keine vergleichbare Erhebung.
Was kostet Ausmalen pro Quadratmeter?
Dafür gibt es in Österreich keine unabhängige Erhebung, deshalb steht hier keine Zahl. Die im Netz kursierenden Quadratmeterpreise stammen von Vermittlungsportalen und Angebotsseiten ohne nachprüfbare Grundlage. Verlässlicher ist der umgekehrte Weg: Lass dir den Aufwand in Stunden schätzen und rechne mit dem Stundensatz gegen.
Darf mir eine Privatperson die Wohnung gegen Bezahlung ausmalen?
Wer das selbstständig und mit Ertragsabsicht tut, übt ein Gewerbe aus, und Maler und Anstreicher ist nach § 94 Z 47 GewO 1994 reglementiert. Anders als bei Gartenarbeit gibt es dafür kein freies Gewerbe: Die bundeseinheitliche Liste führt keinen Eintrag für einfache Anstricharbeiten. Erlaubt bleibt echte, unentgeltliche Nachbarschaftshilfe. Wer jemanden im eigenen Haushalt anstellt statt beauftragt, fällt gar nicht unter das Gewerberecht.
Was kostet die Reinigung, nachdem der Maler fertig ist?
Beim Dienstleistungsscheck gilt dafür ein eigener Mindeststundensatz von 22,43 Euro, den die ÖGK ausdrücklich für die Reinigungskraft nach Professionisten-Einsatz führt und mit dem Ausmalen der Wohnung als Beispiel nennt. Grund ist der Zuschlag von 4,14 Euro je Stunde nach § 4 Z 3 des Mindestlohntarifs. Mit dem Aufschlag beim Kauf liegt der Preis bei rund 22,88 Euro je Stunde, und damit ist alles abgegolten.
Sind Malerpreise netto oder brutto zu verstehen?
Gegenüber Verbrauchern sind nach § 9 Abs. 1 PrAG Bruttopreise auszuzeichnen, ein zusätzlich genannter Nettopreis muss den Bruttopreis unmittelbar daneben tragen. Der Normalsteuersatz beträgt 20 Prozent. Die AK-Werte für Wien sind ausdrücklich Bruttopreise. Steht in einem Angebot nichts dabei, ist die Frage vor dem Vergleich zu klären.
Gibt es 2026 noch einen Handwerkerbonus für Malerarbeiten?
Nein. Die Einreichfrist für die Förderperiode 2025 endete am 28. Februar 2026, die Frist für Nachreichungen wurde am 30. April 2026 offiziell beendet. Neue Anträge sind nicht mehr möglich. Absetzbarkeitsregeln aus dem deutschen Steuerrecht gelten in Österreich nicht.
Wer den Stundensatz kennt, braucht als Nächstes einen Betrieb mit der passenden Berechtigung. Beschreibe als Gesuch, welche Räume auszumalen sind, in welchem Zustand die Wände sind und wann es passen soll. Malerbetriebe und Helferinnen und Helfer aus der Region finden das Gesuch über die Umkreissuche.
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