Du hast einen Hauptjob und willst nebenbei noch etwas dazuverdienen? Dann solltest du wissen: In Österreich gibt es gesetzliche Grenzen für die Arbeitszeit im Nebenjob. Überschreitest du diese, kann das Konsequenzen haben – für dich und deinen Arbeitgeber. Hier erfährst du genau, wie viele Stunden im Nebenjob erlaubt sind und worauf du achten musst.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Grenze | Wert |
|---|---|
| Wöchentliche Höchstarbeitszeit | 48 Stunden (Durchschnitt über 17 Wochen) |
| Tägliches Maximum | 12 Stunden pro Tag |
| Absolute Wochengrenze | 60 Stunden (nur in Ausnahmefällen) |
| Ruhezeit zwischen Arbeitstagen | Mindestens 11 Stunden |
Wichtig: Beide Jobs zählen zusammen. Hauptjob plus Nebenjob dürfen die Grenzen nicht überschreiten.
Einen umfassenden Überblick über alle Regelungen findest du im Artikel Nebenjob in Österreich 2026.
Die gesetzlichen Arbeitszeitgrenzen in Österreich
Das Arbeitszeitgesetz (AZG) regelt, wie viel du insgesamt arbeiten darfst – egal ob in einem oder mehreren Jobs. Diese Grenzen gelten für die Arbeitszeit im Nebenjob genauso wie für deinen Hauptjob.
Wöchentliche Höchstarbeitszeit
Die Grundregel lautet: 48 Stunden pro Woche im Durchschnitt über einen Zeitraum von 17 Wochen. In einzelnen Wochen dürfen es auch mehr sein, solange der Schnitt stimmt. Das gibt dir eine gewisse Flexibilität.
Als absolutes Maximum sind 60 Stunden pro Woche möglich, aber nur vorübergehend und wenn ein Kollektivvertrag das ausdrücklich erlaubt. Für die meisten Nebenjobber ist diese Ausnahme nicht relevant.
Tägliche Höchstarbeitszeit
Pro Tag darfst du maximal 12 Stunden arbeiten. Alles darüber ist verboten – ohne Ausnahme. Dabei zählt die gesamte Arbeitszeit im Nebenjob plus Hauptjob zusammen.
Ruhezeiten einhalten
Zwischen zwei Arbeitstagen müssen mindestens 11 Stunden Ruhezeit liegen. Das ist ein wichtiger Punkt, der bei der Planung deiner Arbeitszeit im Nebenjob oft übersehen wird.
Beispiel: Du arbeitest im Hauptjob bis 18:00 Uhr. Dein Nebenjob darf frühestens um 05:00 Uhr am nächsten Tag beginnen. Arbeitest du abends noch im Nebenjob, verschiebt sich der früheste Arbeitsbeginn entsprechend nach hinten.
Auf Lokali findest du flexible Aufgaben, bei denen du selbst entscheidest, wann du Zeit hast – ideal, um die Ruhezeiten einzuhalten.
Rechenbeispiele: Was ist bei der Arbeitszeit im Nebenjob erlaubt?
Hier einige konkrete Beispiele, die zeigen, wie du die Grenzen in der Praxis anwenden kannst.
Beispiel 1: Vollzeit plus geringfügiger Nebenjob
Du arbeitest 40 Stunden pro Woche im Hauptjob, von Montag bis Freitag jeweils 8 bis 17 Uhr. Dein Nebenjob umfasst 8 Stunden am Samstag, von 9 bis 17 Uhr. Die Gesamtarbeitszeit beträgt 48 Stunden pro Woche. Ergebnis: Erlaubt ✅
Beispiel 2: Vollzeit plus Abendjob
Dein Hauptjob umfasst 38,5 Stunden pro Woche, von Montag bis Freitag jeweils 8 bis 16:30 Uhr. Im Nebenjob arbeitest du 10 Stunden pro Woche, verteilt auf die Abende von 18 bis 20 Uhr. Die Gesamtarbeitszeit beträgt 48,5 Stunden pro Woche. Ergebnis: Knapp über der Grenze ⚠️
Das wäre im Schnitt noch erlaubt, wenn es nicht jede Woche so ist. Die tägliche Arbeitszeit beträgt hier 10,5 Stunden – das ist noch im Rahmen der 12-Stunden-Grenze.
Beispiel 3: Teilzeit plus zwei Nebenjobs
Du arbeitest 20 Stunden im Hauptjob, dazu 15 Stunden in einem ersten Nebenjob und 15 Stunden in einem zweiten Nebenjob. Die Gesamtarbeitszeit beträgt 50 Stunden pro Woche. Ergebnis: Über dem Durchschnitt ⚠️
In einzelnen Wochen ist das erlaubt, aber nicht dauerhaft. Achte darauf, dass der 17-Wochen-Schnitt unter 48 Stunden bleibt.
Beispiel 4: Deutlich zu viel Arbeit
Du arbeitest 40 Stunden im Hauptjob plus 20 Stunden im Nebenjob. Die Gesamtarbeitszeit beträgt 60 Stunden pro Woche. Ergebnis: Nur in Ausnahmefällen erlaubt ❌
Diese Arbeitszeit im Nebenjob plus Hauptjob ist dauerhaft nicht zulässig und kann zu Problemen führen.
Wer kontrolliert die Arbeitszeit im Nebenjob?
Grundsätzlich bist du selbst dafür verantwortlich, die Arbeitszeitgrenzen einzuhalten. Aber auch deine Arbeitgeber haben Pflichten.
Pflichten des Arbeitgebers
Der Arbeitgeber muss die Arbeitszeiten aufzeichnen und sicherstellen, dass die gesetzlichen Grenzen eingehalten werden. Wenn er von deinem Nebenjob weiß, muss er die Gesamtarbeitszeit berücksichtigen.
Das Arbeitsinspektorat kann Kontrollen durchführen. Bei Verstößen drohen Verwaltungsstrafen für den Arbeitgeber, die im Wiederholungsfall höher ausfallen.
Konsequenzen für dich
Für dich als Arbeitnehmer gibt es keine direkten Strafen bei Überschreitung der Arbeitszeit im Nebenjob. Aber: Überschreitest du die Grenzen regelmäßig, kann dein Arbeitgeber den Nebenjob untersagen. Außerdem kann es bei Arbeitsunfällen Probleme mit der Versicherung geben.
Muss ich meinen Nebenjob beim Arbeitgeber melden?
Diese Frage betrifft viele, die sich Gedanken über die Arbeitszeit im Nebenjob machen. Die Antwort hängt von deinem Arbeitsvertrag ab.
Wenn eine Meldepflicht im Vertrag steht
Dann musst du deinen Arbeitgeber informieren. Tust du das nicht, kann das arbeitsrechtliche Konsequenzen haben – im schlimmsten Fall bis zur Kündigung.
Wenn keine Meldepflicht im Vertrag steht
Dann bist du grundsätzlich nicht verpflichtet, den Nebenjob zu melden. Aber dein Arbeitgeber darf den Nebenjob trotzdem untersagen, wenn die Arbeitszeitgrenzen überschritten werden, wenn deine Leistung im Hauptjob leidet, wenn ein Konkurrenzverbot verletzt wird oder wenn Betriebsgeheimnisse gefährdet sind.
Meine Empfehlung
Informiere deinen Arbeitgeber auch ohne vertragliche Pflicht. Das schafft Vertrauen und vermeidet Probleme. Eine kurze E-Mail reicht völlig aus: „Ich möchte Sie informieren, dass ich ab [Datum] einen geringfügigen Nebenjob annehme. Die Arbeitszeiten sind [Zeiten] und überschneiden sich nicht mit meiner Tätigkeit hier. Die gesetzlichen Arbeitszeitgrenzen werden eingehalten.“
Mehr zum Thema Meldepflichten und Anmeldung findest du im Artikel Nebenjob anmelden in Österreich.
Sonderregelungen für bestimmte Gruppen
Bei der Arbeitszeit im Nebenjob gelten für manche Personengruppen strengere Regeln.
Jugendliche unter 18 Jahren
Für Jugendliche sind maximal 8 Stunden pro Tag und maximal 40 Stunden pro Woche erlaubt. Nachtarbeit zwischen 20:00 und 6:00 Uhr ist verboten, und die Ruhezeiten müssen mindestens 12 Stunden betragen. Ein Nebenjob ist möglich, aber die 40-Stunden-Grenze gilt für alle Jobs zusammen.
Schwangere und stillende Mütter
Für diese Gruppe sind keine Überstunden erlaubt, das Maximum liegt bei 40 Stunden pro Woche. Nacht- und Sonntagsarbeit ist nicht gestattet, und es gilt ein besonderer Kündigungsschutz. Ein Nebenjob ist grundsätzlich möglich, aber die Schutzbestimmungen müssen strikt eingehalten werden.
Mehr zum Thema findest du im Artikel Nebenjob in der Karenz.
Lehrlinge
Im ersten Lehrjahr gelten für Lehrlinge die gleichen Regeln wie für Jugendliche. Ab 18 Jahren greifen die normalen Arbeitszeitgrenzen. Wichtig: Der Ausbildungsbetrieb muss einem Nebenjob zustimmen.
Pensionisten
Für Pensionisten in der regulären Alterspension gibt es keine Einschränkungen beim Zuverdienst. Bei Frühpension oder Korridorpension ist die Geringfügigkeitsgrenze jedoch entscheidend. Details findest du im Artikel Nebenjob als Pensionist.
Arbeitszeit bei selbständigem Nebenjob
Wenn du deinen Nebenjob als Selbständiger machst – zum Beispiel als Neuer Selbständiger oder mit Gewerbeschein – gelten die Arbeitszeitgrenzen nicht direkt für dich als Selbständigen.
Aber Achtung: Für deinen Hauptjob als Angestellter gelten sie weiterhin. Und wenn du so erschöpft bist, dass deine Leistung im Hauptjob leidet, kann dein Arbeitgeber trotzdem eingreifen.
Praktisch bedeutet das: Du bist flexibler bei der Zeiteinteilung deiner Arbeitszeit im Nebenjob. Niemand kontrolliert deine Stunden. Aber du solltest trotzdem auf deine Gesundheit achten – Überarbeitung rächt sich früher oder später.
Was du bei einem selbständigen Nebenjob beachten musst, erklärt der Artikel Nebenjob anmelden in Österreich im Detail.
Häufige Fragen zur Arbeitszeit im Nebenjob
Darf mein Arbeitgeber mir einen Nebenjob verbieten?
Generell nein. Seit der EU-Transparenzrichtlinie darfst du nicht wegen eines Nebenjobs benachteiligt werden. Aber der Arbeitgeber darf den Nebenjob untersagen, wenn die Arbeitszeitgrenzen überschritten werden oder ein berechtigtes Interesse besteht, etwa bei Konkurrenzverbot.
Zählen Pausen zur Arbeitszeit im Nebenjob?
Nein, Pausen werden von der Arbeitszeit abgezogen. Bei mehr als 6 Stunden Arbeit hast du Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause. Diese Zeit zählt nicht zu den 48 Wochenstunden.
Was ist mit Rufbereitschaft?
Rufbereitschaft zählt nicht als Arbeitszeit, solange du nicht tatsächlich arbeitest. Aber sie kann die Ruhezeit beeinflussen – wenn du während der Rufbereitschaft arbeiten musst, beginnt die 11-Stunden-Ruhezeit neu.
Darf ich am Wochenende einen Nebenjob machen?
Ja, solange die Wochenhöchstarbeitszeit und Ruhezeiten eingehalten werden. Samstag ist ein normaler Werktag. Sonntagsarbeit ist in vielen Branchen eingeschränkt, aber für Nebenjobs in Privathaushalten oder Gastronomie oft erlaubt.
Was passiert, wenn ich die Grenzen überschreite?
Dein Arbeitgeber kann den Nebenjob untersagen. Bei Arbeitsunfällen kann es Probleme mit der Versicherung geben. Und langfristig leidet deine Gesundheit unter der Überarbeitung.
Tipps für die Planung deiner Arbeitszeit im Nebenjob
Mit ein paar einfachen Strategien behältst du den Überblick und vermeidest Probleme.
Arbeitszeiten dokumentieren
Führe eine einfache Liste mit allen Arbeitsstunden – Hauptjob und Nebenjob zusammen. Eine Tabelle oder App hilft dir, den Überblick zu behalten und rechtzeitig zu merken, wenn du dich der Grenze näherst.
Puffer einplanen
Plane nicht bis an die 48-Stunden-Grenze. Wenn im Hauptjob Überstunden anfallen, bist du sonst schnell drüber. Ein Puffer von 3-5 Stunden gibt dir Spielraum.
Ruhezeiten realistisch einschätzen
11 Stunden zwischen den Jobs klingt viel, aber mit Pendeln, Essen und anderen Verpflichtungen wird es oft knapp. Plane realistisch und vergiss nicht, dass du auch Schlaf brauchst.
Auf den Körper hören
Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Gereiztheit – das sind Warnsignale. Ein Nebenjob sollte dich nicht kaputt machen. Wenn du merkst, dass es zu viel wird, reduziere lieber die Stunden.
Flexible Nebenjobs wählen
Jobs ohne feste Arbeitszeiten lassen sich leichter mit dem Hauptjob vereinbaren. Auf Lokali findest du genau solche flexiblen Aufgaben in deiner Nachbarschaft.
Fazit: Arbeitszeit im Nebenjob hat Grenzen – und das ist gut so
Ein Nebenjob ist in Österreich erlaubt und kann eine gute Möglichkeit sein, dein Einkommen aufzubessern. Aber die Arbeitszeitgrenzen sind da, um dich zu schützen – nimm sie ernst.
Die wichtigsten Zahlen zur Arbeitszeit im Nebenjob:
- 48 Stunden pro Woche im Durchschnitt
- 12 Stunden pro Tag als Maximum
- 11 Stunden Ruhezeit als Minimum
Rechne vorher durch, ob sich dein geplanter Nebenjob mit deinem Hauptjob ausgeht. Und informiere im Zweifelsfall deinen Arbeitgeber – das spart Ärger und schafft Vertrauen.
Bereit für einen flexiblen Nebenjob? Auf Lokali findest du Aufgaben in deiner Nähe – du entscheidest selbst, wann du Zeit hast und wie viel du arbeiten möchtest.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen wende dich an die Arbeiterkammer.