Die perfekte Stellenanzeige schreiben: So findest du die richtigen Bewerber

Du suchst Mitarbeiter, aber auf deine Stellenanzeigen meldet sich niemand – oder nur unpassende Bewerber? Die perfekte Stellenanzeige schreiben ist eine Kunst, die viele Arbeitgeber unterschätzen. Dabei entscheidet eine gute Anzeige darüber, ob sich die richtigen Menschen bei dir melden. Deshalb zeigen wir dir in diesem Guide Schritt für Schritt, wie du Stellenanzeigen schreibst, die wirklich funktionieren.

Warum die meisten Stellenanzeigen nicht funktionieren

Bevor wir zur perfekten Stellenanzeige kommen, schauen wir uns an, was schiefläuft. Denn die meisten Anzeigen machen dieselben Fehler.

Typische Fehler bei Stellenanzeigen

Zu vage – „Wir suchen eine motivierte Verstärkung für unser Team“ sagt nichts aus. Was genau soll die Person denn tun?

Zu lang – Endlose Anforderungslisten schrecken ab. Schließlich liest niemand drei Seiten Stellenbeschreibung.

Kein Gehalt – In Österreich ist die Mindestgehalt-Angabe zwar Pflicht, aber „nach KV mit Bereitschaft zur Überzahlung“ ist dennoch nichtssagend.

Floskeln statt Fakten – „Dynamisches Team“, „flache Hierarchien“, „spannende Aufgaben“ – diese Phrasen stehen in jeder zweiten Anzeige und bedeuten folglich nichts mehr.

Falsche Plattform – Die beste Anzeige nützt nichts, wenn sie dort steht, wo deine Zielgruppe nicht sucht.

Um die perfekte Stellenanzeige zu schreiben, musst du diese Fehler vermeiden und stattdessen konkret, ehrlich sowie ansprechend kommunizieren.

Der Aufbau: So strukturierst du die perfekte Stellenanzeige

Eine gute Stellenanzeige folgt einer klaren Struktur. Diese bewährte Gliederung hilft dir dabei, die perfekte Stellenanzeige zu schreiben.

1. Jobtitel – klar und suchbar

Der Titel muss sofort klar machen, worum es geht. Verwende daher Begriffe, nach denen Bewerber tatsächlich suchen.

Gut: „Koch (m/w/d) – Vollzeit in Wien“ Schlecht: „Kulinarischer Kreativkopf gesucht“

Vermeide interne Bezeichnungen oder kreative Wortschöpfungen. Denn Bewerber suchen nach „Koch“, nicht nach „Food Artist“.

2. Einleitung – wer ihr seid

Stell dein Unternehmen kurz vor – aber wirklich kurz. 2-3 Sätze reichen.

Gut: „Wir sind ein familiengeführtes Restaurant im 7. Bezirk mit 40 Sitzplätzen. Seit 15 Jahren kochen wir österreichische Küche mit modernem Twist.“ Schlecht: Eine halbe Seite Unternehmensgeschichte, die niemand liest.

3. Die Aufgaben – was die Person tut

Beschreibe konkret, was der Job beinhaltet. Nutze dabei Aufzählungspunkte für Übersichtlichkeit.

Gut:

  • Zubereitung von Vor- und Hauptspeisen
  • Mitgestaltung der saisonalen Speisekarte
  • Warenbestellung und Lagerverwaltung
  • Anleitung von Küchenhilfen

Schlecht: „Sie übernehmen vielfältige Aufgaben im Bereich der gehobenen Gastronomie.“

4. Das Profil – wen ihr sucht

Unterscheide zwischen Muss- und Kann-Anforderungen. Denn zu lange Listen schrecken gute Kandidaten ab.

Muss-Anforderungen – ohne diese geht es wirklich nicht:

  • Abgeschlossene Kochausbildung
  • Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung
  • Belastbarkeit in Stoßzeiten

Wünschenswert – nice to have, aber kein Ausschlussgrund:

  • Erfahrung mit österreichischer Küche
  • Führungserfahrung

5. Das Angebot – was ihr bietet

Hier überzeugst du Bewerber. Sei dabei konkret und ehrlich.

Gehalt angeben – und zwar realistisch. „€2.400-2.800 brutto je nach Erfahrung“ ist konkret. „Nach KV“ ist hingegen nichtssagend.

Benefits nennen – aber nur echte Benefits. Kostenloses Mittagessen, Weiterbildungsbudget, flexible Dienstpläne sind Beispiele dafür. „Gratis Kaffee“ ist dagegen kein echter Benefit.

Arbeitszeiten – ehrlich kommunizieren. Wenn Wochenendarbeit Pflicht ist, sag es offen. Denn es ist besser, vorher zu filtern als später enttäuscht zu sein.

6. Der Bewerbungsprozess – wie es weitergeht

Erkläre, was Bewerber tun sollen und was sie erwartet.

Gut: „Schick uns eine kurze Nachricht mit deinem Lebenslauf an jobs@restaurant.at. Wir melden uns innerhalb von 3 Tagen.“ Schlecht: „Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen inklusive Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen und Referenzen…“

Je einfacher der Bewerbungsprozess, desto mehr Bewerbungen bekommst du.

Das Gehalt: So gibst du es richtig an

In Österreich ist die Gehaltsangabe in Stellenanzeigen Pflicht. Aber wie machst du es richtig, wenn du die perfekte Stellenanzeige schreiben willst?

Die gesetzliche Pflicht

Das Gleichbehandlungsgesetz verlangt, dass du das kollektivvertragliche Mindestentgelt angibst. Aber das Minimum erfüllen reicht nicht, um gute Bewerber anzuziehen.

Besser: Echte Gehaltsspannen

Gib an, was du wirklich zahlst – nicht nur das KV-Minimum.

Optimal: „€2.400-2.800 brutto/Monat je nach Erfahrung“ Akzeptabel: „Ab €2.400 brutto, Überzahlung je nach Qualifikation“ Schlecht: „Mindestgehalt laut KV €2.100, Bereitschaft zur Überzahlung“

Studien zeigen nämlich, dass Anzeigen mit konkreten Gehältern deutlich mehr Bewerbungen bekommen. Bewerber wollen schließlich wissen, ob sich eine Bewerbung überhaupt lohnt.

Was, wenn ich nicht mehr zahlen kann?

Dann kommuniziere andere Vorteile: Work-Life-Balance, Lernmöglichkeiten, Teamkultur, Sicherheit. Nicht jeder Bewerber sucht das höchste Gehalt.

Die richtige Sprache: So sprichst du Bewerber an

Die Sprache deiner Stellenanzeige zeigt, wie dein Unternehmen tickt. Um die perfekte Stellenanzeige zu schreiben, achte daher auf den richtigen Ton.

Du oder Sie?

Das hängt von deiner Unternehmenskultur ab. Wenn ihr euch im Alltag duzt, dann duze auch in der Anzeige. Siezt ihr euch, dann sieze. Authentizität ist wichtiger als vermeintliche Professionalität.

Aktiv statt passiv

Gut: „Du planst die Einsätze und führst das Team.“ Schlecht: „Die Einsatzplanung und Teamführung wird von Ihnen übernommen.“

Aktive Sprache ist direkter und lebendiger.

Konkret statt vage

Gut: „Du betreust 5-8 Kunden pro Tag.“ Schlecht: „Du bist für die Kundenbetreuung zuständig.“

Zahlen und konkrete Beispiele machen den Job greifbar.

Ehrlich statt beschönigend

Wenn der Job stressig ist, sag es offen. „Wir suchen jemanden, der auch unter Druck ruhig bleibt“ ist nämlich ehrlicher als „abwechslungsreiches Arbeitsumfeld“. Bewerber, die damit nicht umgehen können, bewerben sich dann gar nicht erst – und das ist letztlich gut so.

Die richtige Plattform: Wo du die perfekte Stellenanzeige platzierst

Die beste Anzeige nützt nichts am falschen Ort. Überlege daher, wo deine Zielgruppe sucht.

Plattform-Übersicht

PlattformKostenGeeignet für
LokaliStellenanzeige €39.99Lokale Positionen, Aushilfen, Handwerk
AMS eJob-RoomKostenlosAlle Branchen, besonders gewerblich
karriere.atAb €690Fach- und Führungskräfte
willhabenAb €99Breite Zielgruppe
LinkedInVariiertAkademiker, Führungspositionen
IndeedKostenlos + PaidBreite Zielgruppe



Lokali für lokale Stellen

Auf Lokali erreichst du Menschen in deiner Region – ideal für Positionen, wo kurze Anfahrtswege wichtig sind.

Die Stellenanzeigen-Funktion (€39.99) beinhaltet eine 30-tägige Laufzeit, volle Job-Listing-Features und Sichtbarkeit bei lokalen Jobsuchenden.

Mit dem Business-Abo (€69.99/Monat) bekommst du jeden Monat eine Gratis-Stellenanzeige, ein professionelles Firmenprofil, ein Business-Dashboard zur Bewerberverwaltung und Teamzugang für mehrere Mitarbeiter.

Gerade für kleine Betriebe mit regelmäßigem Personalbedarf ist das Business-Abo deutlich günstiger als Einzelinserate auf teuren Jobportalen.



Mehrere Plattformen nutzen

Für wichtige Positionen lohnt es sich, auf mehreren Plattformen zu inserieren. Kombiniere beispielsweise AMS (kostenlos) + Lokali (lokal) + Social Media (Reichweite).

Die perfekte Stellenanzeige schreiben: Ein Beispiel

Hier ein konkretes Beispiel, wie du die perfekte Stellenanzeige schreiben kannst:

Servicekraft (m/w/d) – Teilzeit 25h, Wien 7. Bezirk

Wer wir sind Café Sonnenschein ist ein gemütliches Nachbarschaftscafé mit 30 Sitzplätzen. Seit 2015 servieren wir hausgemachte Kuchen und guten Kaffee – und suchen jetzt Verstärkung.

Was du machst

  • Gäste begrüßen und Bestellungen aufnehmen
  • Getränke und Speisen servieren
  • Kasse bedienen und abrechnen
  • Bei Veranstaltungen (ca. 2x/Monat) mithelfen

Was du mitbringst

  • Freundlichkeit und Geduld – auch wenn’s stressig wird
  • Erfahrung in der Gastronomie (muss nicht viel sein)
  • Verfügbarkeit Do-So, hauptsächlich nachmittags

Was wir bieten

  • €1.600-1.800 brutto bei 25h (je nach Erfahrung) + Trinkgeld
  • Fixe Dienstpläne 2 Wochen im Voraus
  • Gratis Essen und Getränke während der Schicht
  • Ein nettes 4-Personen-Team, das sich unterstützt

So bewirbst du dich Schick uns einfach eine kurze Nachricht, warum du bei uns arbeiten willst. Lebenslauf ist nice, aber kein Muss. Wir melden uns innerhalb einer Woche.

E-Mail: jobs@cafe-sonnenschein.at oder direkt hier auf Lokali.

Diese Anzeige ist konkret, ehrlich und sympathisch. Sie filtert vor und spricht die richtigen Menschen an.

Checkliste: Die perfekte Stellenanzeige schreiben

Bevor du deine Anzeige veröffentlichst, prüfe diese Punkte:

Jobtitel

  • [ ] Klar und verständlich?
  • [ ] Suchbegriffe verwendet?
  • [ ] Arbeitszeit und Ort genannt?

Inhalt

  • [ ] Unternehmen kurz vorgestellt?
  • [ ] Aufgaben konkret beschrieben?
  • [ ] Muss- und Kann-Anforderungen getrennt?
  • [ ] Gehalt konkret angegeben?
  • [ ] Echte Benefits genannt?

Sprache

  • [ ] Ton passt zur Unternehmenskultur?
  • [ ] Aktive Formulierungen?
  • [ ] Keine Floskeln?
  • [ ] Ehrlich statt beschönigend?

Bewerbungsprozess

  • [ ] Einfach und niedrigschwellig?
  • [ ] Kontaktdaten klar?
  • [ ] Reaktionszeit genannt?

Plattform

  • [ ] Zielgruppe dort aktiv?
  • [ ] Mehrere Kanäle genutzt?

Häufige Fragen zum Thema Stellenanzeigen schreiben

Wie lang sollte eine Stellenanzeige sein?

So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Die meisten guten Anzeigen haben 300-500 Wörter. Alles darüber wird nämlich selten komplett gelesen. Fokussiere dich deshalb auf das Wesentliche.

Soll ich das Gehalt wirklich nennen?

Ja, unbedingt. In Österreich ist es ohnehin Pflicht, zumindest das KV-Minimum anzugeben. Darüber hinaus ziehen konkrete Gehälter mehr Bewerber an. Wer das Gehalt versteckt, wirkt schließlich, als hätte er etwas zu verbergen.

Was, wenn ich kaum Bewerbungen bekomme?

Prüfe zunächst: Ist die Anzeige auf der richtigen Plattform? Ist das Gehalt marktgerecht? Sind die Anforderungen realistisch? Oft hilft es außerdem, die Anzeige zu vereinfachen und den Bewerbungsprozess zu erleichtern.

Wie schnell sollte ich auf Bewerbungen reagieren?

Innerhalb von 2-3 Tagen, besser noch schneller. Denn gute Bewerber haben mehrere Optionen. Wer zuerst reagiert, bekommt daher oft den Zuschlag.

Lohnt sich eine teure Anzeige auf karriere.at?

Für Fach- und Führungskräfte durchaus ja. Für einfache Positionen oder lokale Stellen sind hingegen günstigere Optionen wie Lokali (€39.99) oft effektiver.

Fazit: Die perfekte Stellenanzeige schreiben lohnt sich

Eine gute Stellenanzeige spart Zeit und Geld. Sie zieht die richtigen Bewerber an und filtert unpassende vorher aus. Um die perfekte Stellenanzeige zu schreiben, brauchst du keine Marketing-Abteilung – nur Klarheit, Ehrlichkeit und etwas Zeit.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst: Schreibe konkret, was der Job beinhaltet und wen du suchst. Nenne ein ehrliches Gehalt, nicht nur das KV-Minimum. Kommuniziere echte Benefits, keine Floskeln. Mach den Bewerbungsprozess so einfach wie möglich. Wähle außerdem die richtige Plattform für deine Zielgruppe.

Du willst eine Stelle ausschreiben? Mit Lokali erreichst du Bewerber in deiner Region – Stellenanzeigen ab €39.99 oder im Business-Abo (€69.99/Monat) mit monatlicher Gratis-Stellenanzeige und professionellem Bewerbermanagement.

Mehr zum Thema Personalsuche findest du in unserem Artikel Mitarbeiter finden als kleiner Betrieb. Was Bewerber heute erwarten, liest du in Was Bewerber 2026 wirklich wollen.

Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026