Was Bewerber 2026 wirklich wollen: So macht dein Betrieb den Unterschied

Du schreibst Stellen aus, aber die Bewerbungen bleiben aus – oder die falschen kommen? Vielleicht liegt es nicht am Arbeitsmarkt, sondern daran, was du bietest und wie du es kommunizierst. Was Bewerber 2026 wirklich wollen, hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Gehalt ist wichtig, aber längst nicht alles. In diesem Artikel erfährst du, worauf Arbeitnehmer heute achten und wie du als kleiner Betrieb genau damit punkten kannst.

Der Wandel am Arbeitsmarkt: Bewerber haben die Wahl

Die Zeiten, in denen Arbeitgeber aus hunderten Bewerbungen auswählen konnten, sind vorbei. Bei 82 % Personalengpass in österreichischen Betrieben und über 170.000 offenen Stellen haben qualifizierte Bewerber die Wahl. Sie bewerben sich nicht mehr – sie wählen aus.

Das verändert die Machtverhältnisse fundamental. Nicht du suchst dir die besten Bewerber aus, sondern die besten Bewerber suchen sich den besten Arbeitgeber aus. Um zu verstehen, was Bewerber 2026 wirklich wollen, musst du ihre Perspektive einnehmen.

Was sich geändert hat

Die Pandemie hat vieles beschleunigt. Menschen haben ihre Prioritäten überdacht. Work-Life-Balance ist vom Buzzword zur harten Anforderung geworden. Flexibilität wird erwartet, nicht als Bonus gesehen. Sinnhaftigkeit der Arbeit spielt eine größere Rolle. Und die jüngere Generation bringt nochmal andere Erwartungen mit.

Faktor 1: Gehalt und Transparenz

Natürlich ist Gehalt wichtig – aber anders als viele denken. Was Bewerber 2026 wirklich wollen, ist nicht unbedingt das höchste Gehalt, sondern Fairness und Transparenz.

Gehalt offen kommunizieren

In Österreich ist die Angabe des Mindestgehalts laut Kollektivvertrag in Stellenanzeigen Pflicht. Aber das reicht nicht. Bewerber wollen wissen, was sie wirklich verdienen – nicht das KV-Minimum, sondern den tatsächlichen Betrag.

Betriebe, die nur „KV mit Bereitschaft zur Überzahlung“ schreiben, wirken intransparent. Besser: „€2.800-3.200 brutto je nach Erfahrung“ oder „€18/Stunde + Zulagen“. Das spart beiden Seiten Zeit und zieht die richtigen Bewerber an.

Fair zahlen – auch ohne Spitzengehälter

Du musst nicht die höchsten Gehälter der Branche zahlen. Aber faire Bezahlung, die zur Leistung und Region passt, ist Grundvoraussetzung. Bewerber vergleichen – Gehaltsportale und Erfahrungsberichte machen Löhne transparent wie nie.

Wenn du weniger zahlst als der Markt, brauchst du andere überzeugende Argumente. Wenn du fair oder gut zahlst, kommuniziere das klar.

Faktor 2: Work-Life-Balance und Flexibilität

Einer der wichtigsten Punkte, wenn es darum geht, was Bewerber 2026 wirklich wollen: die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben.

Flexible Arbeitszeiten

Nicht jeder Job erlaubt Homeoffice – im Handwerk oder in der Gastronomie schon gar nicht. Aber Flexibilität geht auch anders: Gleitzeit wo möglich, verlässliche Dienstpläne mit Vorlauf, Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen und Möglichkeit zum Stundentausch unter Kollegen.

Kleine Betriebe können hier oft flexibler sein als große Konzerne mit starren Strukturen. Nutze diesen Vorteil.

Überstunden und Erreichbarkeit

Überstunden kommen vor – aber sie sollten die Ausnahme sein, nicht die Regel. Und sie sollten fair abgegolten werden, ob durch Bezahlung oder Zeitausgleich.

Ständige Erreichbarkeit nach Feierabend schreckt Bewerber ab. Klare Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit sind heute wichtiger als je zuvor.

Faktor 3: Arbeitsklima und Wertschätzung

Was Bewerber 2026 wirklich wollen, geht weit über das Gehalt hinaus. Das Arbeitsklima ist oft der entscheidende Faktor – und der häufigste Kündigungsgrund.

Respekt und Umgang auf Augenhöhe

Cholerische Chefs, herablassende Kommentare, Schuldzuweisungen – all das treibt Mitarbeiter weg. Menschen wollen respektvoll behandelt werden, ihre Meinung soll zählen, Fehler sollen als Lernchance gesehen werden.

Kleine Betriebe haben hier einen Vorteil: Der Chef kennt jeden Mitarbeiter persönlich. Nutze das für eine Kultur der Wertschätzung.

Team und Zusammenhalt

Ein gutes Team kann vieles ausgleichen. Menschen bleiben oft wegen der Kollegen, auch wenn andere Faktoren nicht perfekt sind. Investiere in Teambuilding: gemeinsame Mittagessen, Firmenfeiern, auch mal ein Feierabendbier.

Feedback und Anerkennung

Regelmäßiges Feedback zeigt, dass du die Arbeit deiner Mitarbeiter siehst. Das muss nicht formell sein – ein ehrliches „Gut gemacht“ nach einem schwierigen Projekt wirkt oft mehr als ein Jahresgespräch.

Faktor 4: Entwicklung und Perspektiven

Stillstand ist Rückschritt – das gilt auch für Karrieren. Was Bewerber 2026 wirklich wollen, sind Perspektiven: Wohin kann ich mich entwickeln?

Weiterbildungsmöglichkeiten

Investition in Weiterbildung zeigt, dass du an der langfristigen Entwicklung deiner Mitarbeiter interessiert bist. Das muss nicht teuer sein: interne Schulungen, Besuch von Fachmessen, Online-Kurse, Meister- oder Technikerausbildung unterstützen.

Aufstiegschancen aufzeigen

In kleinen Betrieben gibt es keine klassische Karriereleiter mit vielen Stufen. Aber Entwicklung ist trotzdem möglich: mehr Verantwortung, Spezialisierung, eigene Projekte, vielleicht sogar Beteiligung oder Nachfolge.

Zeige Bewerbern konkret, welche Perspektiven sie haben. „Bei uns kannst du in drei Jahren Vorarbeiter werden“ ist überzeugender als „Wir bieten Entwicklungsmöglichkeiten“.

Faktor 5: Sicherheit und Stabilität

Nach Jahren der Unsicherheit – Pandemie, Inflation, Wirtschaftskrise – ist Stabilität wieder ein wichtiger Faktor. Was Bewerber 2026 wirklich wollen, ist auch ein sicherer Arbeitsplatz.

Unbefristete Verträge

Befristungen ohne sachlichen Grund schrecken ab. Wer einen unbefristeten Vertrag anbieten kann, sollte das tun und kommunizieren.

Wirtschaftliche Stabilität des Betriebs

Bewerber informieren sich über potenzielle Arbeitgeber. Wenn dein Betrieb seit Jahren stabil läuft, ist das ein Argument. Familienunternehmen mit Geschichte können damit punkten. Auch Auftragslage und Zukunftsaussichten interessieren Bewerber.

Faktor 6: Sinnhaftigkeit und Werte

Besonders für jüngere Bewerber spielt es eine Rolle, wofür ein Unternehmen steht. Was Bewerber 2026 wirklich wollen, ist auch Sinn in ihrer Arbeit.

Sinnvolle Tätigkeit

Im Handwerk ist Sinnhaftigkeit oft offensichtlich: Du baust etwas, reparierst etwas, hilfst Menschen. Das ist ein Vorteil gegenüber abstrakten Bürojobs. Kommuniziere das: „Bei uns siehst du am Ende des Tages, was du geschafft hast.“

Nachhaltigkeit und Verantwortung

Umweltbewusstsein ist für viele Bewerber wichtig. Das heißt nicht, dass du eine Nachhaltigkeitsstrategie brauchst. Aber wenn du ressourcenschonend arbeitest, lokale Lieferanten nutzt oder auf Qualität statt Wegwerfprodukte setzt – erwähne es.

Wie du diese Faktoren kommunizierst

Es reicht nicht, ein guter Arbeitgeber zu sein – du musst es auch zeigen. Bewerber erfahren erst im Vorstellungsgespräch von deinen Stärken, wenn du sie vorher nicht kommunizierst.

In der Stellenanzeige

Statt Floskeln wie „angenehmes Arbeitsklima“ konkret werden: „Bei uns duzen sich alle, vom Lehrling bis zum Chef“ oder „Freitags machen wir um 14 Uhr Schluss“. Statt „attraktive Vergütung“ das Gehalt nennen. Statt „Entwicklungsmöglichkeiten“ konkrete Perspektiven aufzeigen.

Auf Lokali kannst du Stellenanzeigen mit aussagekräftigen Beschreibungen und Fotos von deinem Betrieb erstellen. Das Business-Profil zeigt Bewerbern, wer du bist, bevor sie sich bewerben.

Online-Präsenz

Bewerber googlen potenzielle Arbeitgeber. Was finden sie über dich? Ein gepflegtes Google-Profil mit Fotos und Bewertungen, Social-Media-Einblicke in den Arbeitsalltag und Präsenz auf Plattformen wie Lokali zeigen, dass du ein moderner Arbeitgeber bist.

Mit dem Lokali Business-Abo (€69.99/Monat) bekommst du ein professionelles Firmenprofil mit Branding, Fotos und Beschreibung. Das macht einen besseren Eindruck als eine anonyme Stellenanzeige.

Im Bewerbungsprozess

Der Bewerbungsprozess selbst zeigt, wie du mit Menschen umgehst. Schnelle Reaktionen, freundliche Kommunikation, ein Gespräch auf Augenhöhe – all das signalisiert, was Bewerber im Job erwarten können.

Was kleine Betriebe besser können als Konzerne

Du musst nicht mit den Gehältern oder Benefits von Großunternehmen konkurrieren. Kleine Betriebe haben eigene Stärken, die genau das bieten, was Bewerber 2026 wirklich wollen.

Deine Vorteile

Persönliche Atmosphäre – Du kennst jeden Mitarbeiter, nicht nur die Personalnummer. Das schafft Bindung.

Kurze Entscheidungswege – Kein Genehmigungsprozess durch drei Abteilungen. Wenn etwas geändert werden soll, geht das schnell.

Echte Verantwortung – Mitarbeiter sind nicht austauschbare Rädchen, sondern prägen den Betrieb mit.

Flexibilität – Du kannst individuelle Lösungen finden, statt Konzernrichtlinien zu befolgen.

Sichtbare Ergebnisse – Im kleinen Betrieb sieht man, was man geschafft hat.

Kommuniziere diese Vorteile aktiv. Sie sind für viele Bewerber wertvoller als ein Fitnessstudio-Zuschuss vom Konzern.

Häufige Fragen zum Thema Bewerbererwartungen

Ist Gehalt nicht doch das Wichtigste?

Gehalt ist wichtig, aber nicht allein entscheidend. Studien zeigen, dass Arbeitsklima, Flexibilität und Wertschätzung oft wichtiger sind – besonders wenn das Gehalt fair ist. Für €2 mehr Stundenlohn wechseln die wenigsten, wenn sie sich wohlfühlen.

Wie finde ich heraus, was Bewerber in meiner Branche wollen?

Frag deine bestehenden Mitarbeiter, was sie an der Arbeit bei dir schätzen und was sie sich wünschen. Lies Bewertungen auf kununu für deine Branche. Achte in Vorstellungsgesprächen darauf, welche Fragen Bewerber stellen.

Kann ich als kleiner Betrieb mit Konzernen konkurrieren?

Ja – aber nicht auf deren Spielfeld. Konkurriere nicht mit Gehalt und Benefits, sondern mit persönlicher Atmosphäre, Flexibilität und echten Entwicklungsmöglichkeiten. Viele Bewerber wollen genau das.

Wie wichtig ist Social Media für Employer Branding?

Für jüngere Zielgruppen sehr wichtig. Ein Instagram-Account mit Einblicken in den Arbeitsalltag kann mehr bewirken als teure Stellenanzeigen. Für ältere Zielgruppen ist es weniger entscheidend, aber ein gepflegtes Google-Profil schadet nie.

Was kostet gutes Employer Branding?

Weniger als du denkst. Authentische Einblicke auf Social Media kosten Zeit, aber kein Geld. Ein Lokali Business-Profil für €69.99/Monat ist günstiger als eine einzige Anzeige auf großen Jobportalen und zeigt dauerhaft, wer du bist.

Fazit: Verstehen, was Bewerber 2026 wirklich wollen

Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht – Bewerber haben die Wahl und nutzen sie. Um die richtigen Mitarbeiter zu finden, musst du verstehen, was Bewerber 2026 wirklich wollen: faire Bezahlung mit Transparenz, Work-Life-Balance und Flexibilität, respektvolles Arbeitsklima, Entwicklungsperspektiven, Sicherheit und Sinnhaftigkeit.

Kleine Betriebe können viele dieser Faktoren besser bedienen als Großunternehmen. Aber du musst deine Stärken kennen und kommunizieren. Nicht im Bewerbungsgespräch, sondern schon in der Stellenanzeige und deiner Online-Präsenz.

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Mehr zur Stellenausschreibung in unserem Artikel Die perfekte Stellenanzeige schreiben. Grundlagen zur Personalsuche findest du in Mitarbeiter finden als kleiner Betrieb.

Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026