Putzhilfe werden: Einstieg, Verdienst und was du wissen musst
7 Min. Lesezeit
Als Putzhilfe kannst du flexibel und ohne lange Ausbildung Geld verdienen: Im Privathaushalt sind in Österreich meist 15 bis 20 Euro netto pro Stunde üblich, selbstständig auch mehr. Du brauchst keinen Abschluss und keine teure Ausrüstung, sondern vor allem Verlässlichkeit, Gründlichkeit und Diskretion.
Die wichtigste Frage am Anfang ist nicht, wie du putzt, sondern wie du legal anmeldest und Kunden findest. Genau das entscheidet darüber, ob du versichert bist und ob dein Nebenverdienst stabil läuft.
In diesem Ratgeber erfährst du, was du als Putzhilfe wirklich verdienen kannst, welche drei legalen Wege es in Österreich gibt, welche Fähigkeiten zählen und wie du über ein kostenloses Angebot auf Lokali schnell die ersten Haushalte in deiner Nähe erreichst.
Was verdienst du als Putzhilfe wirklich?
Im Privathaushalt liegt der übliche Stundenlohn in Österreich meist zwischen 15 und 20 Euro netto. Setze deinen Preis nicht zu tief an: 15 Euro netto sind eine sinnvolle Untergrenze, 17 bis 20 Euro sind in vielen Regionen und Städten gut durchsetzbar, vor allem mit guten Empfehlungen.
Wer bei einer Reinigungsfirma in der Unterhaltsreinigung von Büros arbeitet, wird nach Kollektivvertrag bezahlt, was deutlich niedriger liegt als der freie Stundensatz im Privathaushalt. Als selbstständige Reinigungskraft sind dafür 18 bis 25 Euro pro Stunde und mehr möglich, weil du Preise und Anfahrt selbst kalkulierst.
Ein Rechenbeispiel: 20 Stunden pro Woche zu 17 Euro ergeben grob 1.300 bis 1.500 Euro im Monat. Wie viel davon bei dir bleibt, hängt stark von der Anmeldeform ab, dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Die drei legalen Wege im Überblick
In Österreich gibt es im Wesentlichen drei saubere Möglichkeiten, als Putzhilfe zu arbeiten. Welche passt, hängt davon ab, wie viel du verdienen willst und ob du für einen oder für viele Haushalte tätig bist.
Erstens der Dienstleistungsscheck: Damit beschäftigt dich ein Privathaushalt unkompliziert für einfache haushaltsnahe Tätigkeiten. Du bist automatisch unfallversichert, Kranken- und Pensionsversicherung kannst du gegen einen Aufschlag freiwillig dazunehmen. Das eignet sich gut, wenn du für mehrere Haushalte putzt.
Zweitens die geringfügige Anstellung: Hier bist du klassisch beim Haushalt angestellt, mit Urlaubsanspruch und Sonderzahlungen, der Haushalt übernimmt die Anmeldung. Drittens das freie Gewerbe Hausbetreuung: Du bist selbstständig, bestimmst deine Preise selbst, meldest das Gewerbe beim zuständigen Amt an und bist bei der SVS versichert. Dafür kümmerst du dich selbst um Kunden, Rechnungen und Steuer.
Anmeldung, Versicherung und Steuer
Egal welchen Weg du wählst, melde deine Tätigkeit ordentlich an. Schwarzarbeit gegen Bargeld ist verlockend, aber riskant: Bei einem Unfall im Haushalt bist du nicht versichert, und es drohen Strafen für dich und den Auftraggeber.
Beim Verdienst sind in Österreich vor allem die Geringfügigkeitsgrenze und beim Dienstleistungsscheck eine eigene monatliche Höchstgrenze pro Auftraggeber wichtig. Liegst du darunter, bleibt der Zuverdienst meist sozialversicherungsfrei, darüber wird es voll versicherungspflichtig. Beim freien Gewerbe greift die Pflichtversicherung bei der SVS ab einer bestimmten Gewinngrenze.
Diese Beträge ändern sich jährlich. Die hier genannten Regeln sind nur eine allgemeine Orientierung, Stand 2026. Prüfe die aktuellen Werte und deine konkrete Situation unbedingt beim zuständigen Amt, also etwa BMF, ÖGK, AMS oder SVS, oder bei einer Steuerberatung.
Welche Fähigkeiten und Ausrüstung brauchst du?
Für die Reinigung im Privathaushalt brauchst du keine formale Ausbildung. Viel wichtiger sind Gründlichkeit, Verlässlichkeit bei Terminen und Diskretion, denn du bewegst dich in den privaten Räumen anderer Menschen und siehst dort viel.
Hilfreich ist Grundwissen über Reinigungsmittel und Materialien, damit du Holz, Stein, Glas oder empfindliche Oberflächen nicht beschädigst. Körperliche Fitness gehört dazu, weil die Arbeit anstrengend ist. Mit der Zeit verfeinerst du deine Technik und wirst schneller, ohne an Qualität zu verlieren.
Wer die Putzmittel und Geräte stellt, ist Verhandlungssache. Oft hat der Haushalt alles vor Ort, manche Reinigungskräfte bringen eigene Mittel mit und rechnen das ein. Klärt das vor dem ersten Termin, damit es keine Missverständnisse gibt.
So findest du Kunden in deiner Nähe
Der schwierigste Teil ist meist nicht das Putzen, sondern die ersten zuverlässigen Kunden zu finden. Klassisch laufen die ersten Aufträge über Empfehlungen im Bekanntenkreis, Aushänge und lokale Facebook-Gruppen. Das funktioniert, ist aber langsam und schwer planbar.
Deutlich schneller geht es über eine hyperlokale Plattform. Auf Lokali gibst du als Privatperson ein kostenloses Angebot auf, in dem du beschreibst, dass du als Putzhilfe arbeitest, in welchem Umkreis, zu welchem Stundensatz und ob du eigene Mittel mitbringst. Haushalte aus deiner direkten Umgebung finden dich dann über die Umkreissuche.
Umgekehrt schreiben viele Haushalte aktiv ein Gesuch, weil sie eine Reinigungskraft suchen. Du kannst diese Gesuche durchsehen und dich direkt melden, statt nur passiv auf Anfragen zu warten. Wenn du dein Gewerbe angemeldet hast, kannst du als Betrieb auch eine Dienstleistung einstellen.
So wirkst du professionell und gewinnst Vertrauen
Vertrauen ist im Privathaushalt deine wichtigste Währung. Kommuniziere vor dem ersten Termin klar, was du machst und was nicht, wie lange du brauchst und was es kostet. So vermeidest du Enttäuschungen auf beiden Seiten.
Sei pünktlich und verlässlich, respektiere die Grenzen im Haushalt und gehe sorgsam mit fremdem Eigentum um. Wenn doch einmal etwas zu Bruch geht, sag es ehrlich, statt es zu verschweigen. Genau diese Offenheit unterscheidet eine professionelle Putzhilfe von einer beliebigen.
Zufriedene Haushalte empfehlen dich weiter, und gute Bewertungen bringen dir mit der Zeit ganz von selbst neue Kunden. So füllst du deinen Kalender, ohne ständig neu werben zu müssen.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Ausbildung, um als Putzhilfe zu arbeiten?
Nein, für die Reinigung im Privathaushalt ist keine formale Ausbildung oder Zertifizierung nötig. Wichtig sind Gründlichkeit, Verlässlichkeit und Diskretion sowie etwas Grundwissen über Reinigungsmittel und Materialien. Mit der Zeit verfeinerst du deine Technik von selbst.
Wie viel kann ich als Putzhilfe pro Stunde verlangen?
Im Privathaushalt sind in Österreich meist 15 bis 20 Euro netto pro Stunde üblich, Stand 2026. 15 Euro sind eine sinnvolle Untergrenze, 17 bis 20 Euro sind in Städten und mit guten Empfehlungen gut durchsetzbar. Selbstständig sind oft 18 bis 25 Euro und mehr möglich.
Wie melde ich mich als Putzhilfe richtig an?
Es gibt drei legale Wege: den Dienstleistungsscheck für die Arbeit in mehreren Haushalten, die geringfügige Anstellung bei einem Haushalt und das freie Gewerbe Hausbetreuung für die Selbstständigkeit. Welcher passt, hängt von deinem Verdienst und deiner Situation ab, frage im Zweifel beim zuständigen Amt nach.
Muss ich mein Einkommen als Putzhilfe versteuern?
Sobald du regelmäßig verdienst, kann das Einkommen sozialversicherungs- und steuerpflichtig werden. Entscheidend sind unter anderem die Geringfügigkeitsgrenze und beim freien Gewerbe die SVS-Grenze. Diese Beträge ändern sich jährlich, prüfe die aktuellen Werte, Stand 2026, bei BMF, ÖGK oder SVS.
Ist Putzen gegen Bargeld ohne Anmeldung erlaubt?
Davon ist abzuraten. Bei reiner Bargeldarbeit ohne Anmeldung bist du nicht unfallversichert, und es drohen Strafen für dich und den Auftraggeber. Mit Dienstleistungsscheck, Anstellung oder Gewerbe arbeitest du sauber, bist versichert und kannst seriös auftreten.
Wie finde ich am schnellsten die ersten Kunden?
Am schnellsten geht es über eine hyperlokale Plattform. Auf Lokali gibst du ein kostenloses Angebot auf, das Haushalte aus deiner Umgebung über die Umkreissuche finden. Zusätzlich kannst du aktiv auf Gesuche von Haushalten antworten, die eine Reinigungskraft suchen, statt nur zu warten.
Bereit, als Putzhilfe loszulegen? Dann erstelle dir jetzt dein kostenloses Konto auf lokali.at und gib ein Angebot auf, in dem du deinen Umkreis, deinen Stundensatz und deine Verfügbarkeit nennst. Haushalte aus deiner Nähe finden dich über die Umkreissuche, und du kannst direkt auf passende Gesuche antworten. So baust du dir Schritt für Schritt einen verlässlichen Nebenverdienst auf.
Jetzt kostenlos starten