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Hundesitter werden in Österreich: Verdienst, Regeln und erste Kunden

4 Min. Lesezeit

Mit Hundebetreuung Geld zu verdienen ist einer der schönsten Nebenjobs überhaupt: Du bist draußen, bewegst dich und arbeitest mit Tieren. Marktüblich sind in Österreich rund 10 bis 20 Euro pro Gassi-Runde, 20 bis 40 Euro für einen Betreuungstag und 25 bis 50 Euro pro Nacht in der Urlaubsbetreuung.

Hier liest du, wie der Einstieg gelingt: was du wirklich verdienen kannst, welche Regeln ab wann gelten, worauf Hundebesitzer achten und wie du deine ersten zahlenden Kunden in deiner Umgebung findest.

Was Hundesitter machen: drei typische Angebote

Hundebetreuung ist nicht gleich Hundebetreuung. In der Praxis haben sich drei Angebote etabliert, die du einzeln oder kombiniert anbieten kannst.

Der Gassi-Service ist der einfachste Einstieg: Du holst den Hund ab, gehst eine fixe Runde und bringst ihn zurück, meist 30 bis 60 Minuten. Ideal für Berufstätige, deren Hund mittags Bewegung braucht. Die Tagesbetreuung geht weiter: Der Hund verbringt den Tag bei dir oder du bei ihm, mit Spaziergängen, Fütterung und Gesellschaft. Und die Urlaubsbetreuung ist die Königsdisziplin: Der Hund wohnt für mehrere Tage oder Wochen bei dir, inklusive Übernachtung.

Überleg dir ehrlich, was zu deinem Alltag passt. Wer selbst Vollzeit arbeitet, startet am besten mit Abend- und Wochenend-Gassirunden. Wer viel zuhause ist, etwa im Homeoffice, in Karenz oder in der Pension, kann mit Tages- und Urlaubsbetreuung deutlich mehr verdienen.

Was du als Hundesitter verdienen kannst

Die Preise sind regional unterschiedlich, in Wien und den Landeshauptstädten liegen sie höher als am Land. Als marktübliche Spannen kannst du dich 2026 an diesen Werten orientieren:

LeistungMarktüblicher Preis
Gassi-Runde (30 bis 60 Minuten)10 bis 20 Euro
Tagesbetreuung (ganzer Tag)20 bis 40 Euro
Urlaubsbetreuung (pro Nacht)25 bis 50 Euro
Hausbesuch bei Katzen und Kleintieren10 bis 20 Euro pro Besuch
Zuschlag zweiter Hundhäufig 50 Prozent des Grundpreises

Ein Rechenbeispiel: Zwei fixe Gassi-Kunden unter der Woche (je 5 Runden zu 15 Euro) bringen rund 600 Euro im Monat. Dazu zwei Wochen Urlaubsbetreuung im Sommer zu 35 Euro pro Nacht, das sind noch einmal knapp 500 Euro. Regelmäßigkeit schlägt Einzelaufträge: Stammkunden sind planbar, und der Hund kennt dich.

Die Nachfrage hat klare Spitzen: Sommerferien, Weihnachten und verlängerte Wochenenden sind Hochsaison für Urlaubsbetreuung. Wer früh sichtbar ist, bekommt die guten Buchungen.

Rechtliches: ab wann du ein Gewerbe brauchst

Gelegentliche Hilfe im Bekanntenkreis, etwa wenn du zweimal im Monat den Hund der Nachbarin ausführst, ist steuerlich und gewerberechtlich unkritisch. Sobald du aber regelmäßig, gegen Bezahlung und mit der Absicht, damit Geld zu verdienen, betreust, ist das eine gewerbliche Tätigkeit: Tierbetreuung ist in Österreich ein freies Gewerbe, du kannst es also ohne Befähigungsnachweis kostenlos anmelden.

Eine Besonderheit gilt, wenn du fremde Hunde regelmäßig bei dir zuhause aufnimmst, also eine kleine Tierpension betreibst: Dafür verlangt das Tierschutzgesetz (Paragraf 31) eine Bewilligung der Bezirksverwaltungsbehörde. Die Behörde schaut sich an, ob deine Räumlichkeiten und dein Wissen für die Verwahrung fremder Tiere passen. Details dazu findest du auf oesterreich.gv.at.

Steuerlich gilt wie bei jedem selbstständigen Zuverdienst: Neben einem Angestelltenjob bleibt ein Gewinn bis 730 Euro pro Jahr veranlagungsfrei, darüber gehört er in die Einkommensteuererklärung. Bei der Sozialversicherung bist du erst ab einem Jahresgewinn über der SVS-Versicherungsgrenze von 6.613,20 Euro (2026) voll versicherungspflichtig, darunter genügt auf Antrag die günstige Unfallversicherung. Und mit der Kleinunternehmerregelung bleibt der Papierkram minimal.

Was du mitbringen solltest, und was Kunden prüfen

Fachlich braucht es keinen Kurs, aber echte Hundeerfahrung: sicheres Führen an der Leine, Grundwissen zu Körpersprache, Fütterung und Notfällen, und die körperliche Verfassung, auch einen kräftigen Hund zu halten. Wer zusätzlich einen Erste-Hilfe-Kurs für Hunde vorweisen kann, hebt sich ab.

Kläre die Versicherungsfrage, bevor etwas passiert: Deine private Haftpflicht deckt gewerbliche Tierbetreuung meist nicht ab. Eine Betriebshaftpflicht für Tierbetreuung kostet überschaubar und schützt dich, wenn der betreute Hund einen Schaden anrichtet oder sich losreißt. Seriöse Kunden fragen aktiv danach.

Rechne außerdem mit einem Kennenlern-Termin: Gute Hundebesitzer wollen sehen, wie du mit ihrem Tier umgehst, und übergeben dir Leine, Futterplan und Tierarzt-Kontakt schriftlich. Nimm dir diese Zeit, sie ist der Grundstein für eine lange Stammkundschaft.

Preise festlegen: fair für beide Seiten

Orientiere dich an den ortsüblichen Spannen aus der Tabelle oben und leg dann einen klaren, einfachen Tarif fest: ein Preis pro Gassi-Runde, ein Tagespreis, ein Nachtpreis. Komplizierte Preislisten schrecken ab, klare Pakete buchen sich leichter.

Unterschätze deine Nebenkosten nicht: Anfahrtswege, Leckerlis, Kotbeutel, Versicherung und die Zeit für Übergaben gehören eingepreist. Ein zu niedriger Kampfpreis rächt sich spätestens dann, wenn die Nachfrage steigt und du jede Runde quersubventionierst. Wie du systematisch kalkulierst, zeigt unser Ratgeber zum Stundensatz für Dienstleister.

Für die Urlaubsbetreuung lohnt eine Anzahlung von 30 bis 50 Prozent bei Buchung: Sie sichert dich gegen kurzfristige Stornos in der Hochsaison ab und ist bei professionellen Sittern üblich.

Erste Kunden finden: mit Lokali in deiner Nachbarschaft

Hundebetreuung ist das lokalste Geschäft überhaupt: Niemand fährt 30 Kilometer für eine Gassi-Runde. Deine Kunden wohnen in deinem Grätzl, deiner Siedlung, deinem Ort, und genau dort musst du sichtbar sein.

Auf Lokali erstellst du dafür kostenlos ein Angebot, zum Beispiel: Hundesitterin in Linz-Urfahr, Gassi-Service und Urlaubsbetreuung. Beschreib ehrlich deine Erfahrung, deine Zeiten und deine Preise, ein Foto von dir mit Hund wirkt Wunder. Menschen aus deiner Umgebung finden dein Angebot direkt, ohne Vermittlungsgebühr dazwischen.

Schau zusätzlich täglich kurz in die Gesuche: Vor Ferienbeginn suchen viele Familien dringend eine Urlaubsbetreuung. Wer schnell und persönlich auf ein Gesuch antwortet, hat die besten Karten, und aus einem Ferienauftrag wird oft ein Stammkunde fürs ganze Jahr.

Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Hundesitter in Österreich?

Marktüblich sind 10 bis 20 Euro pro Gassi-Runde, 20 bis 40 Euro für einen Betreuungstag und 25 bis 50 Euro pro Nacht bei Urlaubsbetreuung. In Wien und den Landeshauptstädten liegen die Preise eher am oberen Ende. Mit festen Gassi-Kunden und Ferienbetreuung sind mehrere hundert Euro im Monat realistisch.

Brauche ich als Hundesitter ein Gewerbe?

Sobald du regelmäßig und gegen Bezahlung betreust, ja. Tierbetreuung ist ein freies Gewerbe: Die Anmeldung ist kostenlos und ohne Befähigungsnachweis möglich. Gelegentliche, unentgeltliche Hilfe im Bekanntenkreis braucht kein Gewerbe.

Was gilt, wenn ich Hunde bei mir zuhause betreue?

Nimmst du regelmäßig fremde Hunde bei dir auf, gilt das als Verwahrung fremder Tiere und braucht nach Paragraf 31 Tierschutzgesetz eine Bewilligung der Bezirksverwaltungsbehörde. Für Gassi-Service und Betreuung beim Kunden zuhause ist das nicht nötig.

Muss ich meinen Verdienst als Hundesitter versteuern?

Neben einem Angestelltenjob bleibt ein selbstständiger Gewinn bis 730 Euro pro Jahr veranlagungsfrei. Darüber gehört er in die Einkommensteuererklärung. Bei der SVS bist du erst über 6.613,20 Euro Jahresgewinn (2026) voll versicherungspflichtig, darunter reicht auf Antrag die Unfallversicherung.

Welche Versicherung brauche ich als Hundesitter?

Eine Betriebshaftpflicht, die Tierbetreuung ausdrücklich einschließt. Die private Haftpflichtversicherung deckt Schäden aus gewerblicher Betreuung in der Regel nicht. Seriöse Kunden fragen aktiv nach dem Versicherungsschutz.

Wo finde ich als Hundesitter meine ersten Kunden?

In deiner unmittelbaren Umgebung: Auf Lokali inserierst du dein Angebot kostenlos und antwortest auf Gesuche von Hundebesitzern aus deiner Gegend. Besonders vor Ferienzeiten ist die Nachfrage nach Urlaubsbetreuung hoch.

Du liebst Hunde und hast Zeit übrig? Dann verdiene damit Geld. Erstelle dir kostenlos ein Konto auf lokali.at, inseriere dein Betreuungsangebot und finde Hundebesitzer direkt aus deiner Nachbarschaft.

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