Mobiler Friseur in Österreich: was erlaubt ist und was es kostet
4 Min. Lesezeit
Ein mobiler Friseur kommt zu dir nach Hause und schneidet dort, wo es für dich am bequemsten ist: im Wohnzimmer, im Pflegeheim, vor der Hochzeit im Hotel. Marktüblich kostet ein Damenhaarschnitt beim Hausbesuch etwa 35 bis 65 Euro, ein Herrenschnitt 20 bis 40 Euro, die Anfahrt ist oft schon eingerechnet.
Hier erfährst du, was mobile Friseure kosten, für wen sich der Service besonders lohnt, wie die Rechtslage aussieht, auch wenn du selbst mobil arbeiten willst, und wie du seriöse mobile Friseure in deiner Umgebung findest.
Was ein mobiler Friseur kostet
Mobile Friseure kalkulieren ihre Preise ähnlich wie ein Salon, plus Wegzeit, minus Miete für ein Geschäftslokal. Unterm Strich landen die Preise deshalb meist auf Salon-Niveau oder leicht darüber:
| Leistung beim Hausbesuch | Marktüblicher Preis |
|---|---|
| Herrenhaarschnitt | 20 bis 40 Euro |
| Damenhaarschnitt (schneiden, föhnen) | 35 bis 65 Euro |
| Kinderhaarschnitt | 15 bis 25 Euro |
| Färben oder Strähnen (je nach Aufwand) | 50 bis 120 Euro |
| Brautstyling / Hochsteckfrisur | 80 bis 200 Euro und mehr |
| Anfahrtspauschale (falls separat) | 5 bis 20 Euro je nach Entfernung |
Tipp fürs Vergleichen: Frag nach dem Gesamtpreis für deinen konkreten Wunsch inklusive Anfahrt. Viele mobile Friseure haben faire Familientarife, wenn mehrere Personen im selben Haushalt nacheinander drankommen, dann verteilt sich die Anfahrt, und alle sparen.
Für wen sich der Hausbesuch besonders lohnt
Der Klassiker sind Menschen, denen der Weg in den Salon schwerfällt: Seniorinnen und Senioren, Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder pflegende Angehörige, die das Haus schlecht verlassen können. Für sie ist der mobile Friseur oft die einzige entspannte Möglichkeit, regelmäßig zum gewohnten Haarschnitt zu kommen, viele mobile Friseure betreuen deshalb auch fix Pflegeheime.
Genauso beliebt: Familien mit kleinen Kindern, bei denen der Salonbesuch zur Logistikübung wird, und alle, die schlicht Zeit sparen wollen. Ein Termin daheim am Abend ersetzt Anfahrt, Wartezeit und Parkplatzsuche.
Und dann sind da die besonderen Anlässe: Brautstyling am Hochzeitsmorgen, Styling für Ball oder Fotoshooting, wenn es darauf ankommt, kommt die Friseurin dorthin, wo du bist. Gerade hier zahlt sich frühes Buchen aus, gute Stylistinnen sind zur Hochzeitssaison Monate im Voraus weg.
Die Rechtslage: Ja, mobil frisieren ist erlaubt
Friseur ist in Österreich ein reglementiertes Handwerk: Wer es gewerblich ausübt, braucht einen Gewerbeschein mit Befähigungsnachweis, typischerweise über die Meisterprüfung oder nachgewiesene Qualifikation und Praxis. Das gilt unabhängig davon, ob im Salon oder mobil gearbeitet wird.
Mobiles Arbeiten selbst ist zulässig: Die Leistung darf auch außerhalb der eigenen Betriebsstätte erbracht werden, also bei den Kundinnen und Kunden zuhause. Ein eigener Salon ist keine Voraussetzung. Für dich als Kundin oder Kunde heißt das: Ein seriöser mobiler Friseur hat einen Gewerbeschein, und du darfst ruhig danach fragen, gute Anbieter zeigen ihn gern. Die Details zum reglementierten Gewerbe erklärt die WKO.
Wovon du die Finger lassen solltest: dauerhaftes Schwarzfrisieren ohne Gewerbe. Für die Frisierende drohen Verwaltungsstrafen, für dich gibt es keine Gewährleistung, keine Versicherung und im Zweifel niemanden, den du erreichst, wenn die Blondierung schiefgeht.
Selbst mobiler Friseur werden: der Weg
Für gelernte Friseurinnen und Friseure ist mobil der günstigste Weg in die Selbstständigkeit: kein Lokal, keine Salonmiete, kaum Fixkosten. Du brauchst den Gewerbeschein mit Befähigungsnachweis, eine Grundausstattung (Werkzeug, mobiler Waschbehelf, Umhang, Spiegel) und ein verlässliches Auto, das war im Kern schon die Investition.
Wirtschaftlich starten die meisten als Ein-Personen-Unternehmen mit der Kleinunternehmerregelung: keine Umsatzsteuer bis 55.000 Euro Umsatz, einfache Buchhaltung. Nebenberuflich, etwa mit Abend- und Samstagsterminen neben einer Anstellung im Salon, greifen zusätzlich die günstigen SVS-Grenzen für kleine Selbstständige.
Preislich gilt: Kalkuliere die Wegzeit ehrlich ein. Drei Hausbesuche mit je 20 Minuten Fahrt sind ein halber Arbeitstag, dein Preis pro Termin muss das tragen. Routen bündeln hilft, etwa feste Tage pro Ort oder mehrere Kundinnen in derselben Siedlung nacheinander.
Einen guten mobilen Friseur erkennen
Woran du seriöse mobile Friseure erkennst:
- Gewerbeschein vorhanden und auf Nachfrage kein Thema
- Klare Preisliste inklusive Anfahrt, keine Überraschungen vor Ort
- Fotos echter Arbeiten und nachvollziehbare Bewertungen
- Ordentliche Terminbestätigung und erreichbar bei Rückfragen
- Sauberes, gepflegtes Werkzeug und frische Umhänge beim Termin
Beim ersten Termin lohnt ein einfacher Auftrag, etwa Schneiden und Föhnen. Passt Ergebnis und Chemie, hast du eine Friseurin gefunden, die dich über Jahre begleiten kann, mit einem Kalender, der sich nach deinem richtet.
Mobilen Friseur in deiner Nähe finden: mit Lokali
Mobile Friseure arbeiten in einem klaren Umkreis, lange Anfahrten machen den Termin teuer. Deshalb suchst du am besten dort, wo lokal gesucht wird: Auf Lokali findest du mobile Friseurinnen und Friseure aus deiner Umgebung, mit Profil, Leistungen und direktem Draht.
Wirst du nicht fündig, dreh den Spieß um: Gib kostenlos ein Gesuch auf, zum Beispiel: Mobiler Friseur für Seniorin in Steyr gesucht, alle 6 Wochen. Anbieter aus deiner Gegend melden sich direkt bei dir, und ihr vereinbart Preis und Rhythmus ohne Vermittlungsgebühr.
Und für Friseurinnen auf dem Sprung in die Selbstständigkeit gilt dasselbe in Grün: Ein Dienstleistungs-Inserat auf Lokali macht dich genau dort sichtbar, wo deine künftigen Stammkundinnen wohnen.
Häufige Fragen
Was kostet ein mobiler Friseur?
Marktüblich sind beim Hausbesuch 20 bis 40 Euro für einen Herrenschnitt, 35 bis 65 Euro für einen Damenschnitt und 15 bis 25 Euro für Kinder. Färben liegt je nach Aufwand bei 50 bis 120 Euro, Brautstyling ab etwa 80 Euro. Die Anfahrt ist oft eingerechnet, sonst kommen 5 bis 20 Euro dazu.
Ist ein mobiler Friseur ohne Salon überhaupt legal?
Ja. Friseur ist ein reglementiertes Handwerk, es braucht also einen Gewerbeschein mit Befähigungsnachweis, aber keinen eigenen Salon: Die Leistung darf beim Kunden zuhause erbracht werden. Frag im Zweifel einfach nach dem Gewerbeschein, seriöse Anbieter zeigen ihn gern.
Für wen lohnt sich ein Friseur-Hausbesuch?
Vor allem für Seniorinnen und Senioren, Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Familien mit kleinen Kindern und alle, die Zeit sparen wollen. Dazu kommen Anlässe wie Hochzeiten oder Bälle, bei denen das Styling dorthin kommt, wo du bist.
Ist ein mobiler Friseur teurer als der Salon?
Meist liegen die Preise auf Salon-Niveau oder leicht darüber, weil die Wegzeit eingerechnet wird, dafür entfallen für dich Anfahrt und Wartezeit. Bei Familienterminen mit mehreren Haarschnitten hintereinander relativiert sich die Anfahrt und der Hausbesuch wird richtig attraktiv.
Wie werde ich selbst mobiler Friseur?
Als gelernte Friseurin oder gelernter Friseur meldest du das reglementierte Gewerbe mit deinem Befähigungsnachweis an, besorgst dir eine mobile Grundausstattung und startest, oft nebenberuflich und mit der Kleinunternehmerregelung. Ohne Fachausbildung führt der Weg über Praxisjahre oder die Befähigungsprüfung.
Wo finde ich einen mobilen Friseur in meiner Nähe?
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