Saisonale Mitarbeiter finden: Der Leitfaden für Betriebe
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Saisonale Mitarbeiter findest du am zuverlässigsten, wenn du früh genug startest und dort suchst, wo Leute aus deiner Umgebung wirklich nach Arbeit schauen. Für den Weihnachtsmarkt beginnst du idealerweise im September, für die Sommersaison schon im Februar oder März, und für die Ernte rund zwei bis drei Monate vorher. Wer zu spät dran ist, konkurriert mit allen anderen Betrieben um dieselben wenigen Aushilfen.
Gleichzeitig entscheidet die Form über deinen Aufwand: Ein sauber befristeter Vertrag, eine klare Stellenanzeige und ein fairer Lohn machen den Unterschied zwischen einer entspannten Saison und ständigem Nachbesetzen. Saisonkräfte sind keine Lückenfüller, sondern Teil deines Teams, und genau so solltest du sie auch ansprechen.
In diesem Ratgeber bekommst du den kompletten Fahrplan: wann du für welche Saison suchst, wie du Personal befristet und rechtssicher anstellst, was eine gute Stellenanzeige enthält, womit du in den einzelnen Branchen rechnen musst und wie du gute Saisonkräfte Jahr für Jahr behältst.
Wann du welche Saisonkräfte brauchst
Saisonaler Personalbedarf folgt einem ziemlich verlässlichen Kalender. In der Wintersaison von November bis März suchen vor allem Weihnachts- und Punschstände, Skigebiete, Berghotels und der Handel im Weihnachtsgeschäft. In der Sommersaison von Mai bis September brauchen Gastgärten, Seelokale, Bäder, Freizeitparks und Veranstalter zusätzliche Hände.
Dazu kommt die Erntezeit, deren Zeitpunkt je nach Kultur schwankt: Obst- und Weinlese, Spargel und Gemüse oder andere landwirtschaftliche Arbeiten. Und schließlich gibt es den punktuellen Bedarf rund um Events, Volksfeste, Sportveranstaltungen und Konzerte, der oft nur Tage bis wenige Wochen dauert.
Der wichtigste Schritt ist, deinen eigenen Bedarf ehrlich zu beziffern: Wie viele Leute brauchst du, für welche Aufgaben, in welchem Zeitraum und mit welchen Schichten? Erst wenn das klar ist, kannst du gezielt suchen, statt im Stress kurzfristig irgendjemanden einzustellen.
Befristete Verträge richtig aufsetzen
Für Saisonarbeit befristest du das Dienstverhältnis. Das geht entweder kalendermäßig, also zum Beispiel vom 1. bis 23. Dezember 2026, oder zweckbefristet, etwa bis zum Ende des Weihnachtsmarkts. Beide Varianten sind möglich, du solltest die Befristung aber von Anfang an schriftlich und eindeutig festhalten.
Wichtig ist der Umgang mit dem Ende: Arbeitet jemand nach Ablauf der Befristung einfach weiter und du duldest das, kann daraus ungewollt ein unbefristetes Dienstverhältnis werden. Während der vereinbarten Befristung können zudem beide Seiten in der Regel nicht ordentlich kündigen, sofern das nicht ausdrücklich im Vertrag vorgesehen ist. Eine einvernehmliche Auflösung bleibt jederzeit möglich. Beendest du als Arbeitgeber zu früh, musst du in vielen Fällen bis zum ursprünglich vereinbarten Ende weiterzahlen.
Saisonkräfte haben dieselben gesetzlichen Ansprüche wie alle anderen Beschäftigten, also anteiligen Urlaub, Sonderzahlungen, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Beiträge zur betrieblichen Vorsorge. Plane diese Ansprüche von Anfang an ein. Bei Unsicherheiten zu Befristung, Kündigung oder Anmeldung holst du dir am besten eine kurze Auskunft bei der Wirtschaftskammer oder der zuständigen Stelle (Stand 2026, aktuelle Vorgaben beim zuständigen Amt prüfen).
Frühzeitig und am richtigen Ort suchen
Beim Saisonpersonal entscheidet das Timing. Für Weihnachtsmärkte im November und Dezember beginnst du sinnvollerweise im September, für die gesamte Wintersaison im September oder Oktober. Für die Sommersaison von Mai bis September startest du bereits im Februar oder März, und Erntehelfer suchst du etwa zwei bis drei Monate vor dem Einsatz.
Bei den Kanälen gilt: Mehrgleisig fahren. Naheliegend sind Jobportale und das AMS, Schulen, Berufsschulen und Hochschulen sowie deine Social-Media-Kanäle wie lokale Facebook-Gruppen oder Instagram. Ein oft unterschätzter Hebel ist das Wiederansprechen früherer Saisonkräfte, die deinen Betrieb schon kennen.
Der direkteste Weg führt aber über Menschen, die ohnehin in deiner Umgebung wohnen und einen kurzen Arbeitsweg haben. Genau dafür ist Lokali gemacht: Du gibst eine Stellenanzeige oder, bei sehr kurzen Einsätzen, eine Ausschreibung hyperlokal auf, sodass sie gezielt Leuten in deiner Nähe angezeigt wird, die nach Arbeit suchen. Wer in der Nähe wohnt, ist erfahrungsgemäß zuverlässiger und bleibt eher bis zum Saisonende.
Eine Stellenanzeige, die Bewerber bringt
Eine gute Saison-Anzeige beantwortet die wichtigsten Fragen sofort: Welcher Zeitraum, welche konkreten Aufgaben, welcher Lohn pro Stunde oder Monat, welche Arbeitszeiten und welche Extras gibt es. Je klarer du bist, desto weniger unpassende Rückfragen bekommst du und desto schneller meldet sich, wer wirklich passt.
Ein Beispiel für einen Punschstand: Aushilfe für Punschstand, Mitte November bis 23. Dezember, Ausschank und Verkauf, abends und am Wochenende, 13 Euro pro Stunde plus Trinkgeld, flexible Schichteinteilung, Heißgetränke gratis. Solche konkreten Angaben wirken einladend und ehrlich zugleich.
Schreibe in der Sprache deiner Zielgruppe, verzichte auf Floskeln und nenne handfeste Vorteile. In Österreich ist in Stelleninseraten die Angabe des kollektivvertraglichen Mindestentgelts ohnehin vorgeschrieben (Stand 2026, aktuelle Vorgaben bei der zuständigen Stelle prüfen). Eine transparente Lohnangabe erhöht die Zahl ernsthafter Bewerbungen spürbar. Schließe mit einer klaren Handlungsaufforderung: was geschickt werden soll und bis wann sich jemand auf eine Antwort freuen kann.
Was in den einzelnen Branchen zählt
Weihnachtsmarkt und Punschstand laufen meist von Mitte November bis zum 23. oder 26. Dezember, also vier bis sechs Wochen. Die Arbeit findet draußen in der Kälte statt, abends und am Wochenende. Plane warme Kleidung oder einen Zuschlag dafür ein, das wird von Bewerbern sehr geschätzt.
In der Sommergastronomie von Mai bis September geht es um Service, Küche, Bar und Reinigung über vier bis sechs Monate, oft mit der Möglichkeit einer Unterkunft. Stelle hier von Anfang an klar, ob Unterkunft und Verpflegung gestellt werden. Im Skigebiet von Dezember bis März oder April brauchst du Hüttenpersonal, Lift- und Pistenkräfte. Die Standorte sind abgelegen, Unterkunft ist meist inklusive, die Arbeit körperlich fordernd. Punkte hier mit fairem Lohn, freier Liftkarte und gutem Teamgefühl.
Bei Events und Festivals reicht die Dauer von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen, mit Aufgaben von Aufbau über Verkauf und Service bis Sicherheit. Die Tage sind intensiv und lang, die Koordination anspruchsvoll. Für sehr kurze Einsätze kann eine fallweise Beschäftigung passend sein, kläre die korrekte Anstellungsform aber im Vorfeld ab.
Gute Saisonkräfte halten und Jahr für Jahr zurückholen
Während der Saison behandelst du Aushilfen am besten als vollwertige Teammitglieder. Das heißt: Dienstpläne früh kommunizieren, Änderungen rechtzeitig durchgeben, ehrliches Feedback geben und Wertschätzung auch in kleinen Gesten zeigen. Wer sich ernst genommen fühlt, bleibt zuverlässig bis zum Schluss.
Nach der Saison entscheidet das Nachspiel. Rechne korrekt und pünktlich ab, halte Kontakt, merke dir gute Leute und signalisiere früh, dass du sie nächstes Jahr gern wiederhast. Frag zufriedene Kräfte auch aktiv nach Empfehlungen, denn die beste Aushilfe kennt oft die nächste gute Aushilfe.
Das langfristige Ziel sind Stamm-Saisonkräfte, also Leute, die jede Saison wiederkommen. Der Vorteil ist enorm: Du sparst dir die Einarbeitung, hast vom ersten Tag an produktive Mitarbeiter und musst nicht jedes Jahr bei null mit der Suche beginnen. Diese Beziehung aufzubauen ist die beste Investition gegen den jährlichen Personalstress.
Mit welchen Kosten du rechnen musst
Die Stundenlöhne in Österreich bewegen sich je nach Tätigkeit grob in folgenden Bereichen: Verkauf am Punschstand etwa 11 bis 14 Euro, Service in der Gastronomie 11 bis 15 Euro plus Trinkgeld, Küche 12 bis 16 Euro, Eventaufbau 12 bis 15 Euro und ungelernte Tätigkeiten im Skigebiet 12 bis 14 Euro pro Stunde. Maßgeblich ist immer der jeweils gültige Kollektivvertrag (Stand 2026, aktuelle Werte bei der zuständigen Stelle prüfen).
Der Bruttolohn ist aber nur ein Teil. Für die echten Personalkosten rechnest du als Faustregel rund 35 bis 40 Prozent auf den Bruttolohn drauf. Darin stecken die Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers, die Kommunalsteuer, die betriebliche Vorsorge und die anteiligen Sonderzahlungen. Wer nur mit dem reinen Stundenlohn kalkuliert, unterschätzt seine Kosten deutlich.
Bevor du einen Lohn zusagst oder ein Budget planst, lohnt sich eine ehrliche Hochrechnung. Mit dem Lokali-Gehaltsrechner unter lokali.at/de/helfer/gehaltsrechner kannst du für Österreich und weitere Länder überschlagen, was aus einem Bruttobetrag wird. Er ersetzt keine individuelle Beratung, gibt dir aber schnell ein Gefühl für die Größenordnung.
Häufige Fragen
Wann sollte ich mit der Suche nach Saisonpersonal beginnen?
Für Weihnachtsmärkte startest du am besten im September, für die gesamte Wintersaison im September oder Oktober. Die Sommersaison planst du ab Februar oder März, Erntehelfer suchst du rund zwei bis drei Monate vor dem Einsatz. Je früher du dran bist, desto mehr gute Kräfte stehen dir zur Auswahl.
Wie stelle ich Saisonkräfte rechtssicher befristet an?
Du befristest schriftlich, entweder kalendermäßig mit festem Enddatum oder zweckbefristet bis zum Saisonende. Arbeitet jemand danach geduldet weiter, kann ein unbefristetes Verhältnis entstehen. Während der Befristung ist eine ordentliche Kündigung meist nur möglich, wenn der Vertrag das vorsieht. Bei Unsicherheit hilft die Wirtschaftskammer (Stand 2026, aktuelle Vorgaben beim zuständigen Amt prüfen).
Haben saisonale Mitarbeiter dieselben Rechte wie reguläre Beschäftigte?
Ja. Saisonkräfte haben anteiligen Urlaubsanspruch, anteilige Sonderzahlungen, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und Anspruch auf die betriebliche Vorsorge. Vor Arbeitsbeginn müssen sie bei der Sozialversicherung, in Österreich bei der ÖGK, angemeldet sein (Stand 2026, Details bei der ÖGK prüfen).
Was kostet eine Saisonkraft wirklich?
Neben dem Bruttostundenlohn von je nach Tätigkeit rund 11 bis 16 Euro fallen Arbeitgeberbeiträge an. Als Faustregel rechnest du etwa 35 bis 40 Prozent auf den Bruttolohn auf, für Sozialversicherung, Kommunalsteuer, betriebliche Vorsorge und anteilige Sonderzahlungen. Maßgeblich ist der gültige Kollektivvertrag (Stand 2026, aktuelle Werte beim zuständigen Amt prüfen).
Darf ich dieselbe Person jedes Jahr wieder saisonal beschäftigen?
Ja, das ist grundsätzlich zulässig und sogar erstrebenswert, weil eingearbeitete Stamm-Saisonkräfte sofort produktiv sind. Achte aber auf die genauen Regeln, etwa zur betrieblichen Vorsorge bei mehreren Beschäftigungen innerhalb von zwölf Monaten. Im Detail klärst du das am besten mit der zuständigen Stelle (Stand 2026).
Wo finde ich am schnellsten Saisonkräfte in meiner Nähe?
Fahre mehrgleisig: AMS und Jobportale, Schulen und Hochschulen, lokale Social-Media-Gruppen und frühere Saisonkräfte. Den direktesten lokalen Zugang bietet eine hyperlokale Plattform. Auf Lokali wird deine Stellenanzeige gezielt Menschen in deiner Umgebung angezeigt, die nach Arbeit suchen, und die erste Anzeige ist kostenlos.
Du brauchst Verstärkung für die nächste Saison? Erstelle dein kostenloses Konto auf lokali.at und gib deine erste Stellenanzeige gratis auf, oder veröffentliche für kurze Einsätze eine Ausschreibung. So erreichst du gezielt zuverlässige Saisonkräfte in deiner Nähe. Und bevor du den Lohn festlegst, rechne mit dem Lokali-Gehaltsrechner kurz durch, was eine Aushilfe wirklich kostet.
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