Saisonkräfte finden in Tourismus und Gastronomie in Österreich
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Saisonkräfte findest du heute vor allem, indem du früh startest, fair zahlst und genau dort ausschreibst, wo dein Wunschpersonal wirklich sucht. Für die Wintersaison beginnt die Suche idealerweise schon im September, für die Sommersaison im März, also rund zwei bis drei Monate vor Saisonstart.
Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht: Nicht mehr du suchst dir aus vielen Bewerbern aus, sondern gute Service-, Küchen- und Rezeptionskräfte suchen sich den besten Betrieb. Wer nur das kollektivvertragliche Minimum bietet, hat es schwer. Wer faire Bezahlung, eine ordentliche Unterkunft, planbare Arbeitszeiten und ein gutes Team bietet, gewinnt das Rennen um die wenigen verfügbaren Leute.
Dieser Ratgeber zeigt dir, wann du starten solltest, über welche Kanäle du die meisten passenden Bewerbungen bekommst, was eine überzeugende Stellenanzeige enthält und worauf du in Österreich rechtlich achten musst. Das ist Information, keine Rechts- oder Steuerberatung. Bei konkreten Fragen sind die Wirtschaftskammer, die ÖGK und das AMS die richtige Adresse.
Warum es schwierig geworden ist, Saisonkräfte zu finden
Im Tourismus und in der Gastronomie suchen Hunderte Betriebe gleichzeitig dasselbe Personal, und das im selben engen Zeitfenster vor Saisonstart. Wer nicht plant, steht am Eröffnungstag mit halber Mannschaft da.
Dazu kommt, dass viele Kräfte aus Mittel- und Osteuropa heute lieber im Heimatland bleiben, weil dort die Löhne gestiegen sind. Gleichzeitig hat die Branche an manchen Stellen einen Ruf von langen Diensten, geteilten Schichten und magerer Bezahlung, der Bewerber abhält.
Genau das ist deine Chance: Wer ein paar Dinge anders macht als der Durchschnittsbetrieb, fällt sofort positiv auf. Faire Konditionen, eine ehrliche Anzeige und ein verlässlicher Stamm an Rückkehrern sind heute der entscheidende Vorteil.
Wann du mit der Suche beginnen solltest
Für die Wintersaison von Dezember bis März schaltest du deine Anzeigen am besten schon im September, verstärkst im Oktober und nutzt den November als letzte Chance. Für die Sommersaison von Juni bis September gilt dasselbe mit drei Monaten Versatz: Start im März, Intensivierung im April, letzter Aufruf im Mai.
Der Grund: Gute Saisonkräfte planen ihre Wintersaison oft schon im Spätsommer und ihre Sommersaison im Frühjahr. Wer erst kurz vor knapp ausschreibt, fischt nur noch im Rest des Markts. Plane also mindestens zwei bis drei Monate Vorlauf ein.
Setze dir feste Erinnerungen im Kalender, so wie bei der Buchhaltung. Eine wiederkehrende Saisonplanung verhindert, dass dich der Personalbedarf jedes Jahr aufs Neue überrascht.
Wo du Saisonkräfte erreichst
Setze nicht auf einen einzigen Kanal, sondern kombiniere mehrere. Am direktesten erreichst du Leute über eine hyperlokale Plattform: Auf Lokali gibst du als Betrieb eine Stellenanzeige auf, die genau den Menschen in deiner Region angezeigt wird, die nach Jobs und Aufträgen suchen. Deine erste Stellenanzeige ist kostenlos, du erreichst lokale Bewerber also ohne teure Inseratspakete im Voraus.
Klassisch und reichweitenstark ist das AMS mit dem eJob-Room, kostenlos und breit. Für die EU-weite Suche gibt es das Portal EURES. Daneben helfen spezialisierte Branchenportale für Hotellerie und Gastronomie, etwa hogastjob, gastrojobs oder rollingpin.
Unterschätze Social Media und Mundpropaganda nicht. Eine ehrliche Empfehlung aus dem eigenen Team ist oft mehr wert als zehn anonyme Bewerbungen. Personalvermittler nehmen dir die Vorauswahl ab, verlangen aber häufig rund ein Monatsgehalt Provision, das lohnt sich meist nur für schwer zu besetzende Schlüsselpositionen.
Was du bieten musst, damit Leute zusagen
Faire Bezahlung ist die Grundvoraussetzung. Wer nur den Kollektivvertrag zahlt, fällt im Wettbewerb zurück. Branchenüblich sind heute Aufschläge auf das KV-Minimum, je nach Position, Region und Qualifikation. Konkrete Stundensätze prüfst du am besten im aktuellen Tourismus- oder Gastro-Kollektivvertrag (Stand 2026, aktuelle Werte bei der Wirtschaftskammer prüfen). Plane zusätzlich rund 30 Prozent Lohnnebenkosten plus Unterkunft und Verpflegung ein.
Eine ordentliche Unterkunft entscheidet bei vielen über Zu- oder Absage. Einzel- oder maximal Doppelzimmer, ein nicht überbelegtes Bad, WLAN und eine Möglichkeit zur Selbstversorgung gelten heute als Standard. Mehrbettlager für sechs oder mehr Personen sind kaum noch vermittelbar.
Planbare Arbeitszeiten, Wertschätzung und ein gutes Team geben am Ende oft den Ausschlag. Geteilte Dienste, kurzfristige Planänderungen und ein rauer Ton sprechen sich in der Branche schnell herum. Ein fairer Dienstplan und ein ehrliches Miteinander sind dein bestes Argument, und sie kosten nichts extra.
So schreibst du eine überzeugende Stellenanzeige
Beginne mit einem konkreten, suchbaren Titel und nenne den Arbeitsort gleich im Titel oder im ersten Satz. Also Servicekraft für Hotel in Zell am See statt Mitarbeiter im Gastgewerbe gesucht. Wer in deiner Region sucht, soll dich sofort finden.
Sei transparent. Nenne Position und Aufgaben in drei bis fünf Punkten, die Anstellungsart (befristet mit klarem Saisonende), die Arbeitszeiten und vor allem die Konditionen: Verdienst, Unterkunft, Verpflegung und Trinkgeldregelung. In Österreich ist die Angabe des kollektivvertraglichen Mindestentgelts in Stelleninseraten ohnehin vorgeschrieben (Stand 2026, aktuelle Vorgaben bei der Wirtschaftskammer prüfen). Eine konkrete Gehaltsangabe erhöht die Zahl ernsthafter Bewerbungen spürbar.
Vermeide Floskeln wie dynamisches Team und nenne handfeste Vorteile: gute Trinkgelder, freie Tage am Stück, Personalessen, eine schöne Unterkunft. Schließe mit einer klaren Handlungsaufforderung: was geschickt werden soll, an wen, und wie schnell jemand mit einer Rückmeldung rechnen darf.
Saisonkräfte aus dem Ausland einstellen
EU-Bürgerinnen und EU-Bürger dürfen in Österreich ohne zusätzliche Bewilligung arbeiten. Beliebte Herkunftsländer für Saisonpersonal sind unter anderem Ungarn, die Slowakei, Tschechien, Rumänien, Kroatien und Polen. Hier ist die Einstellung unkompliziert.
Bei Drittstaatsangehörigen ist es anders: Sie brauchen in der Regel eine Beschäftigungsbewilligung des AMS, die meist nur erteilt wird, wenn keine passenden Kräfte aus dem EU-Raum verfügbar sind. Dazu kommen jährlich festgelegte Saisonkontingente. Informiere dich rechtzeitig beim AMS, da die Verfahren Zeit brauchen (Stand 2026, aktuelle Vorgaben beim AMS prüfen).
Bei internationaler Rekrutierung helfen längere Vorlaufzeiten, klare schriftliche Absprachen zu Unterkunft und Anreise und etwas Fingerspitzengefühl für kulturelle Unterschiede. Wer von weit her anreist, will vorab genau wissen, worauf er sich einlässt.
Rechtliches und wie du Saisonkräfte hältst
Schriftliche Arbeitsverträge mit klarem Saisonende sind Pflicht, ebenso die Anmeldung bei der ÖGK vor dem ersten Arbeitstag. Es gilt der jeweilige Kollektivvertrag (Tourismus oder Gastronomie), und Unterkunft sowie Verpflegung sind korrekt als Sachbezug zu behandeln. Im Gastgewerbe gelten zudem besondere Arbeitszeitregeln (Stand 2026, aktuelle Vorgaben bei der Wirtschaftskammer prüfen).
Der wertvollste Hebel gegen den jährlichen Personalstress ist Bindung. Ein gutes Onboarding, regelmäßige kurze Feedbackgespräche und ein faires Miteinander sorgen dafür, dass Leute gern bleiben und gut über dich reden.
Verabschiede dich am Saisonende wertschätzend, halte über das Jahr losen Kontakt und sichere guten Kräften früh die nächste Saison zu. So baust du dir einen Pool an Rückkehrern auf, den du Jahr für Jahr anschreibst, statt jedes Mal bei null zu beginnen. Das ist günstiger, schneller und sicherer als jede neue Suche.
Häufige Fragen
Wann sollte ich mit der Suche nach Saisonkräften beginnen?
Plane mindestens zwei bis drei Monate Vorlauf ein. Für die Wintersaison schaltest du Anzeigen ab September, für die Sommersaison ab März. Wer erst kurz vor Saisonstart sucht, findet meist nur noch den Rest des Markts, weil gute Kräfte ihre Saison früh planen.
Wie viel muss ich Saisonkräften bezahlen?
Mindestens das kollektivvertragliche Entgelt, doch wer nur das KV-Minimum zahlt, hat es im Wettbewerb schwer. Branchenüblich sind Aufschläge je nach Position und Region. Konkrete Sätze prüfst du im aktuellen Tourismus- oder Gastro-Kollektivvertrag (Stand 2026, aktuelle Werte bei der Wirtschaftskammer). Plane zusätzlich rund 30 Prozent Lohnnebenkosten plus Unterkunft und Verpflegung ein.
Brauchen Saisonkräfte aus dem Ausland eine Bewilligung?
EU-Bürgerinnen und EU-Bürger dürfen in Österreich ohne zusätzliche Bewilligung arbeiten. Drittstaatsangehörige brauchen in der Regel eine Beschäftigungsbewilligung des AMS, die meist nur bei fehlenden EU-Kräften und im Rahmen der Saisonkontingente erteilt wird. Informiere dich früh, die Verfahren brauchen Zeit (Stand 2026, beim AMS prüfen).
Was muss eine gute Stellenanzeige für Saisonkräfte enthalten?
Einen konkreten, suchbaren Titel mit Arbeitsort, drei bis fünf zentrale Aufgaben, die Anstellungsart mit Saisonende und vor allem transparente Konditionen: Verdienst, Unterkunft, Verpflegung und Trinkgeld. In Österreich ist die Angabe des kollektivvertraglichen Mindestentgelts ohnehin vorgeschrieben.
Worauf muss ich rechtlich beim Einstellen achten?
Schriftlicher, befristeter Arbeitsvertrag mit klarem Saisonende, Anmeldung bei der ÖGK vor dem ersten Arbeitstag, Einhaltung des passenden Kollektivvertrags und korrekte Behandlung von Unterkunft und Verpflegung als Sachbezug. Im Gastgewerbe gelten besondere Arbeitszeitregeln (Stand 2026, bei der Wirtschaftskammer prüfen).
Wie schaffe ich es, dass Saisonkräfte wiederkommen?
Mit einem guten Onboarding, regelmäßigem Feedback und einem fairen Miteinander während der Saison. Verabschiede dich am Ende wertschätzend, halte über das Jahr Kontakt und sichere guten Kräften früh die nächste Saison zu. So baust du dir einen Pool an Rückkehrern auf, den du jedes Jahr anschreiben kannst.
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