Mit Gartenarbeit Geld verdienen in Österreich: Stundenlohn
Mit Gartenarbeit lässt sich in Österreich gut nebenbei Geld verdienen, weil die Nachfrage saisonal hoch und die Konkurrenz vor Ort überschaubar ist. Rasen mähen, Hecken schneiden, Unkraut jäten, Beete pflegen und im Herbst Laub räumen sind Arbeiten, die viele Haushalte regelmäßig brauchen, aber nicht selbst erledigen wollen oder können.
Für einfache, gelegentliche Hilfe reicht in der Regel Nachbarschaftshilfe oder der Dienstleistungsscheck. Wer regelmäßig und gewerblich Gärten betreut, meldet meist ein freies Gewerbe an. Baumschnitt, Strauchschnitt und Vertikutieren sind laut der amtlichen Liste der freien Gewerbe dagegen dem Gärtnerhandwerk vorbehalten.
Die folgenden Abschnitte gehen der Reihe nach durch, welche Arbeiten am gefragtesten sind, was du pro Stunde verlangen kannst, welche Rechtsform für dich passt und wie du die ersten zahlenden Kunden in deiner Nähe findest.

Welche Gartenarbeiten am gefragtesten sind
Am meisten gebucht wird die laufende Pflege: Rasen mähen, Rasenkanten stechen, Hecken und Sträucher schneiden, Unkraut jäten und Beete in Ordnung halten. Diese Arbeiten fallen über die ganze Saison an und führen oft zu regelmäßigen Terminen, was dir planbare Einnahmen bringt.
Saisonale Spitzen gibt es im Frühjahr beim Herrichten des Gartens und im Herbst beim Laubräumen und Winterfestmachen. Auch das Abräumen nach dem Sommer, das Pflanzen von Setzlingen oder das Bewässern während des Urlaubs der Besitzer sind beliebte Aufträge.
Wenn du im Winter zusätzlich Schneeräumung anbietest, hast du ein Standbein über das ganze Jahr. Viele ältere Menschen und Berufstätige sind dankbar für eine verlässliche Person, die sich um Garten und Gehweg kümmert, ohne dass sie jedes Mal neu suchen müssen.
Was du pro Stunde verlangen kannst
Einen amtlichen Stundensatz für selbstständige Gartenhilfe gibt es nicht, aber es gibt einen belegten Fixpunkt nach unten. Die ÖGK führt in ihrer Tabelle der Mindeststundenlöhne 2026 eine eigene Zeile für die Kraft für einfache Gartenarbeit und setzt sie mit 16,76 Euro an. In diesem Betrag stecken laut ÖGK bereits die anteilige Urlaubsabgeltung von 9,60 Prozent und die Sonderzahlungen von 25 Prozent, es ist also kein reiner Grundlohn. Die ÖGK weist den Satz als österreichweiten Sockel aus, einzelne Bundesländer können darüber liegen.
Dahinter steht der Mindestlohntarif für im Haushalt Beschäftigte, gültig seit 1. Jänner 2026. Gartenarbeit kommt in dieser Verordnung selbst kein einziges Mal vor, die Zuordnung nimmt die ÖGK vor: Sie rechnet die Gartenkraft der Gruppe der Hausgehilfen ohne Kochen zu, deren Grundlohn im 1. bis 5. Berufsjahr 12,23 Euro brutto beträgt. Das sind keine zwei verschiedenen Löhne, sondern derselbe Anspruch, einmal ohne und einmal mit den anteiligen Zuschlägen.
Der zweite Anhaltspunkt kommt aus dem Gewerbe selbst. Die Lohnordnung für Gärtner und Landschaftsgärtner sieht ab 1. März 2026 für eine Gartenarbeiterin ohne Lehrabschluss 14,14 Euro brutto je Stunde vor, für eine Obergärtnerin 18,55 Euro. Für Selbstständige gilt weder diese Lohnordnung noch der Mindestlohntarif noch sonst ein gesetzlicher Mindestpreis. Als Orientierung nach unten taugen beide trotzdem: Wer dauerhaft darunter bleibt, arbeitet unter dem, was einer angestellten Kraft für dieselbe Arbeit zusteht, und hat Ausfallzeiten, Geräte und die eigene Sozialversicherung noch gar nicht eingerechnet.
Du kannst nach Stunden abrechnen oder Pauschalen anbieten, etwa einen Fixpreis pro Rasenmähen oder pro Heckenschnitt. Pauschalen geben dem Kunden Planungssicherheit, lohnen sich für dich aber nur, wenn du den Aufwand gut einschätzen kannst. Am Anfang ist eine Abrechnung nach Stunden oft fairer.
Rechne ein, ob du eigene Geräte mitbringst. Wer Rasenmäher, Heckenschere und Werkzeug stellt, kann mehr verlangen als jemand, der die Ausrüstung des Kunden nutzt. Sprit, Abnutzung und Anfahrt gehören in deine Kalkulation, damit am Ende ein fairer Stundenlohn übrig bleibt. Wie du daraus einen tragfähigen Satz rechnest, steht in Stundensatz als Selbstständiger berechnen, und was Haushalte für einzelne Arbeiten zahlen, in Was kostet Gartenpflege in Österreich.
Nachbarschaftshilfe, Dienstleistungsscheck oder Gewerbe?
Für gelegentliche, kleine Hilfe gegen ein Taschengeld bewegst du dich oft im Rahmen der Nachbarschaftshilfe. Sie ist für seltene, nicht gewerbsmäßige Gefälligkeiten gedacht und nicht für eine laufende, planmäßige Tätigkeit. Die Wirtschaftskammer zählt in ihrer Übersicht zu den Verrichtungen einfachster Art ausdrücklich einfache Gartenarbeiten auf, genannt werden das Umgraben eines Gartens und das Zusammenrechen von Laub, und hält fest, dass es dafür keine Gewerbeberechtigung braucht. Die Ausnahme endet dort, wo Fachkenntnis oder Geräte nötig werden, die nicht jeder Haushalt hat. Wo die Schwelle genau liegt, steht in Mit Nachbarschaftshilfe Geld verdienen: ab wann Gewerbe?
Der Dienstleistungsscheck ist für einfache haushaltstypische Arbeiten in Privathaushalten gedacht und nennt den Garten ausdrücklich: einfache Gartenarbeiten, zum Beispiel Laub kehren und Rasen mähen. Arbeitgeber kann nur eine natürliche Person sein, jedes Arbeitsverhältnis ist auf längstens einen Monat befristet, und bei einer einzelnen Auftraggeberin oder einem einzelnen Auftraggeber darf dein Verdienst 2026 nicht über 755,01 Euro im Monat liegen. Über alle Auftraggeber zusammengezählt löst derselbe Betrag die Kranken- und Pensionsversicherungspflicht aus, mehrere Aufträge summieren sich also. Unfallversichert bist du über den Scheck in jedem Fall. Solange du unter der Grenze bleibst, entsteht Kranken- und Pensionsversicherung nur, wenn du dich selbst versicherst. Wie Kauf und Einlösung ablaufen, steht in Dienstleistungsscheck 2026: Sätze, Grenzen, Ablauf.
Sobald deine Tätigkeit selbstständig, regelmäßig und auf Ertrag gerichtet ist und über diese einfachsten Verrichtungen hinausgeht, brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Welche das ist, hängt daran, was du genau tust, und genau dort wird es in Österreich eng. Wie die Anmeldung abläuft und was sie kostet, steht in Gewerbe anmelden in Österreich 2026.
Wo das freie Gewerbe endet und das Gärtnerhandwerk beginnt
Gärtner ist in Österreich kein freies Gewerbe. Die Gewerbeordnung führt ihn in § 94 Z 24 GewO 1994 unter den reglementierten Gewerben, wörtlich als „Gärtner; Florist (verbundenes Handwerk)“. Wer dieses Gewerbe anmeldet, braucht einen Befähigungsnachweis.
Rasen mähen darfst du trotzdem ohne Befähigungsnachweis, und der Grund steht in § 31 Abs. 1 GewO: „Einfache Tätigkeiten von reglementierten Gewerben, deren fachgemäße Ausübung den sonst vorgeschriebenen Befähigungsnachweis nicht erfordern, sind den betreffenden Gewerben nicht vorbehalten.“ Der Satz danach zieht die Grenze: als einfache Tätigkeit gelten „jedenfalls nicht die für ein Gewerbe typischen Kerntätigkeiten“.
Welche Arbeiten das konkret sind, steht in der bundeseinheitlichen Liste der freien Gewerbe, die Wirtschaftsministerium, Länder und Wirtschaftskammer gemeinsam führen. Der einschlägige Wortlaut heißt dort „Durchführung einfacher Gartenarbeiten (Rasen mähen, Bewässern der Grünflächen, Jäten, Mulchen, Einsammeln von Obst)“. Der Sammelwortlaut Hausbetreuung führt daneben „einfache gärtnerische Tätigkeiten: Rasenmähen, Laubrechen, Gießen“ und, für den Winter, das Schneeräumen.
Dieselbe Liste benennt auch, was nicht dazugehört: „Ausgenommen sind insbesondere Tätigkeiten, die dem Gärtnerhandwerk vorbehalten sind, wie z.B.: Baumschnitt, Strauchschnitt, Vertikutieren.“ Heckenschneiden ist Strauchschnitt und fällt damit unter den Vorbehalt, obwohl es zu den meistgefragten Arbeiten überhaupt gehört. Das Wort „insbesondere“ heißt außerdem, dass die Aufzählung nicht abschließend ist. Die Liste bildet die Verwaltungspraxis ab, sie ist keine Verordnung: im Einzelfall entscheidet die Gewerbebehörde, also Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat.
Hecken sind ohnehin der heikelste Teil des Angebots, und nicht nur gewerberechtlich. Zur Frage, was an der Grundgrenze gilt, gibt es einen Praxisbeitrag der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.
Steuer, Versicherung und Sicherheit
Sobald du regelmäßig und mit Gewinnabsicht arbeitest, sind deine Einkünfte steuerlich relevant und es kann eine Anmeldung bei der Sozialversicherung der Selbstständigen nötig werden. Welche Grenzen 2026 gelten und ab wann die SVS zugreift, steht in Geringfügigkeitsgrenze 2026: steuerfrei dazuverdienen. Die Beitragssätze selbst prüfst du bei SVS und Wirtschaftskammer, sie ändern sich jährlich.
Denke an die Haftung. Wenn beim Heckenschneiden etwas beschädigt wird oder beim Mähen ein Stein eine Scheibe trifft, haftest du. Eine Betriebs- oder Haftpflichtversicherung gibt dir und deinen Kunden Sicherheit und ist gerade bei Geräteeinsatz sinnvoll.
Arbeite sicher: Schutzbrille und Handschuhe bei Heckenschere und Trimmer, festes Schuhwerk und Vorsicht bei Geräten mit Klingen. Kläre vor dem Start, wo Strom- und Wasseranschluss sind und wohin Grünschnitt und Laub kommen, damit es hinterher keine Diskussion gibt. Fachlich nachlegen kannst du über die niederösterreichische Initiative Natur im Garten, die Beratung und Fortbildung zu ökologischer Grünraumpflege anbietet.
So findest du die ersten Kunden
Der schnellste Weg zu Aufträgen ist ein klares Angebot dort, wo Menschen in deiner Nähe nach Gartenhilfe suchen. Beschreibe konkret, welche Arbeiten du übernimmst, ob du eigene Geräte mitbringst, in welchem Umkreis du tätig bist und was es kostet.
Auf Lokali legst du als Privatperson kostenlos ein Angebot an oder, wenn du gewerblich arbeitest, eine Dienstleistung als Betrieb. Dein Eintrag wird Haushalten in deiner Umgebung angezeigt, die genau diese Hilfe brauchen. Zusätzlich kannst du die Gesuche aus der Nachbarschaft durchsehen und dich bei denen melden, die gerade jemanden für den Garten suchen.
Setze auf Zuverlässigkeit und gute Bewertungen. Wer pünktlich kommt, sauber arbeitet und den Garten ordentlich hinterlässt, wird weiterempfohlen und für die nächste Saison gleich wieder gebucht. Aus einem einzelnen Auftrag wird so eine feste Runde an Stammkunden.
Häufige Fragen
Brauche ich für Gartenarbeit ein Gewerbe in Österreich?
Für gelegentliche, kleine Hilfe reicht oft Nachbarschaftshilfe oder der Dienstleistungsscheck, der einfache Gartenarbeiten ausdrücklich abdeckt. Sobald du selbstständig, regelmäßig und mit Ertragsabsicht Gärten betreust, brauchst du eine Gewerbeberechtigung. Für einfache Pflege genügt ein freies Gewerbe, für die dem Gärtnerhandwerk vorbehaltenen Arbeiten nicht. Welche Form für dich gilt, klärst du mit einer kostenlosen Auskunft bei der Wirtschaftskammer oder der Gewerbebehörde, Stand 2026.
Ist Gartenpflege ein freies Gewerbe?
Teilweise. Die bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe führt den Wortlaut „Durchführung einfacher Gartenarbeiten (Rasen mähen, Bewässern der Grünflächen, Jäten, Mulchen, Einsammeln von Obst)“. Ausdrücklich nicht gedeckt sind Baumschnitt, Strauchschnitt und Vertikutieren, die dem Gärtnerhandwerk vorbehalten bleiben. Gärtner selbst ist ein reglementiertes Gewerbe nach § 94 Z 24 GewO 1994 und verlangt einen Befähigungsnachweis.
Was kann ich pro Stunde für Gartenarbeit verlangen?
Einen gesetzlichen Mindestpreis für Selbstständige gibt es nicht. Als Orientierung nach unten dient der Dienstleistungsscheck: Die ÖGK setzt für eine Kraft für einfache Gartenarbeit 2026 mindestens 16,76 Euro je Stunde an, anteilige Urlaubsabgeltung und Sonderzahlungen bereits eingerechnet. Mehr ist drin, wenn du eigene Geräte mitbringst, körperlich anstrengende Arbeiten übernimmst oder Fachkenntnis hast. Kalkuliere Sprit, Geräteabnutzung und Anfahrt mit ein, damit ein fairer Stundenlohn übrig bleibt.
Wie verdiene ich auch außerhalb der Gartensaison?
Biete ergänzend Schneeräumung und das Winterfestmachen von Gärten an, dann hast du ein Standbein über das ganze Jahr. Im Frühjahr ist das Herrichten des Gartens gefragt, im Herbst Laubräumen und Rückschnitt. Mit regelmäßigen Pflegeterminen sicherst du dir planbare Einnahmen auch in ruhigeren Monaten.
Brauche ich eine Versicherung für Gartenarbeit?
Empfehlenswert ist eine Haftpflicht- oder Betriebsversicherung, denn beim Heckenschneiden oder Mähen kann etwas beschädigt werden, und dafür haftest du. Gerade beim Einsatz eigener Geräte gibt dir das Sicherheit. Eine kurze Beratung bei einer Versicherung oder der WKO hilft, den passenden Schutz zu finden.
Wie finde ich Kunden für meine Gartenhilfe?
Am schnellsten über ein klares Angebot dort, wo Menschen in deiner Nähe nach Gartenhilfe suchen. Auf Lokali legst du als Privatperson kostenlos ein Angebot an oder als Betrieb eine Dienstleistung und wirst Haushalten in deiner Umgebung angezeigt. Du kannst auch die Gesuche von Nachbarn durchsehen, die gerade Gartenhilfe brauchen, und dich direkt melden.
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