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Nebenbei Geld verdienen: Stundensätze Österreich 2026

7 Min. LesezeitGeld verdienen

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Der Anlass ist selten abstrakt. Die Betriebskosten steigen, die Pension deckt den Monat nicht mehr ganz, oder nach der Karenz fehlt genau der Betrag, der früher vom zweiten Gehalt kam. Wer dann nachsieht, was sich nebenbei verdienen lässt, landet meist bei Listen ohne Zahlen: Umfragen ausfüllen, Produkte testen, irgendwas mit Online.

Verlässlich zahlt in Österreich etwas anderes, nämlich Arbeit, die Haushalte und Nachbarn in deiner Umgebung ohnehin ständig brauchen. Für einen Teil davon gibt es sogar gesetzlich festgelegte Mindeststundensätze, was diesen Bereich zum einzigen macht, in dem sich ein Nebenverdienst vorab durchrechnen lässt.

Dieser Text nennt ausschließlich Beträge, für die es eine österreichische Quelle gibt, und sagt offen, wo es keine gibt. Dazu kommen die drei Grenzen, an denen sich alles entscheidet: ab wann Sozialversicherung anfällt, ab wann das Finanzamt eine Erklärung will und ab wann aus dem Zuverdienst eine Selbstständigkeit wird.

Der Dienstleistungsscheck: der einzige Nebenverdienst mit gesetzlichem Mindeststundensatz

Den Dienstleistungsscheck gibt es in dieser Form nur in Österreich. Er hat ein eigenes Gesetz, du bekommst ihn physisch in der Trafik oder auf der Post, und er deckt einfache haushaltsnahe Tätigkeiten ab: Reinigungsarbeiten, Beaufsichtigung von Kindern, Einkäufe, Beheizen von Räumen, einfache Gartenarbeiten. Arbeitgeber kann nur eine natürliche Person sein, nie ein Betrieb. Das Arbeitsverhältnis dauert höchstens einen Monat, lässt sich aber beliebig oft wiederholen, und die Unfallversicherung greift ab dem ersten Tag, den Arbeitsweg eingeschlossen.

Anders als bei fast allem, was sonst als Nebenverdienst kursiert, ist der Stundensatz hier keine Verhandlungssache. Die ÖGK gibt für 2026 verbindliche Mindeststundensätze vor:

TätigkeitMindestens pro Stunde
Reinigung, Haushaltshilfe ohne Kochen, einfache Gartenarbeit16,76 Euro
Haushaltshilfe mit Kochen17,28 Euro
Kinderbetreuung18,07 Euro
Reinigung nach einem Professionisten-Einsatz22,43 Euro

Der höchste Satz gilt für das Aufräumen nach Handwerkern, also genau die Arbeit, die nach einer Renovierung anfällt und um ein Drittel besser bezahlt wird als eine gewöhnliche Reinigung. Die ÖGK führt daneben auch einen Satz für Kranken- und Altenbetreuung, schließt auf derselben Seite aber Tätigkeiten mit längerer Ausbildung wie die Alten- und Krankenpflege ausdrücklich aus. Wo dort die Grenze zwischen Betreuung und Pflege verläuft, sagt die Seite nicht, deshalb steht der Betrag hier nicht: kläre das vor einer Zusage direkt mit der ÖGK.

Ein einzelner Scheck deckt höchstens 160,00 Euro ab, und pro Monat und Arbeitgeber sind im Jahr 2026 höchstens 755,01 Euro zulässig. Diese Grenze liegt über der Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro, weil Urlaubsersatzleistung und anteilige Sonderzahlungen bereits im Scheckbetrag stecken und für die Entgeltgrenze nicht mitgerechnet werden. Für dich heißt das konkret: 755,01 Euro geteilt durch 16,76 Euro ergibt rund 45 Stunden Reinigung im Monat, bei Kinderbetreuung sind es knapp 42 Stunden. Acht Stunden pro Woche, im Schnitt also rund 34,7 Stunden im Monat, bleiben klar darunter.

Eine Folge wird dabei regelmäßig übersehen: wer mit Dienstleistungsschecks bezahlt wird, löst damit einen Pflichtveranlagungstatbestand aus. Eine Arbeitnehmerveranlagung ist also fällig, auch wenn sonst nichts anfällt. Wie die Abwicklung auf der Auftraggeberseite aussieht, steht in den Ratgebern Dienstleistungsscheck als Arbeitgeber und Haushaltshilfe anmelden.

Was Haushaltsarbeit sonst zahlt: Mindestlohntarif und Marktpreise

Wirst du nicht per Scheck bezahlt, sondern regulär in einem Privathaushalt angestellt, gilt der Mindestlohntarif für im Haushalt Beschäftigte. Ab 1.1.2026 liegt er laut Kundmachung im Bundesgesetzblatt bei 12,23 Euro für Hausgehilfen ohne Kochen im 1. bis 5. Berufsjahr, bei 13,19 Euro für Kinderbetreuung ohne einschlägige Ausbildung und bei 14,44 Euro für Kinderbetreuung mit Ausbildung. Das sind Untergrenzen, keine Zielwerte, und sie liegen deutlich unter den Sätzen des Dienstleistungsschecks.

Was Anbieterinnen und Anbieter selbst aufrufen, liegt dazwischen. Diese Werte sind allerdings keine amtliche Größe, sondern die Auswertung veröffentlichter Profile. Für Reinigungskräfte nennt eine solche Auswertung 16,73 Euro im Schnitt, mit einer Spanne von 14,90 Euro in Kärnten bis 19,90 Euro in Vorarlberg. Beim Babysitting sind es 15,46 Euro im Schnitt, üblich sind 12,50 bis 16,50 Euro. Hundebetreuung liegt mit 12,80 Euro im Schnitt darunter, ist dafür körperlich leicht und gut planbar. Wie der Einstieg in diesem Bereich abläuft, steht im Ratgeber Putzhilfe werden, der Anmeldung und Preisfindung Schritt für Schritt durchgeht, während es hier um die Einordnung aller Nebenverdienste nebeneinander geht. Womit Eltern auf der Gegenseite rechnen, steht im Ratgeber Babysitter Kosten in Österreich.

Wo es für Österreich keine belastbare Zahl gibt

Für vier der meistgenannten Nebenverdienste existiert keine österreichische Quelle, die einen Stundenverdienst von Privatpersonen belegt. Die Zahlen, die dazu im Umlauf sind, stammen aus Deutschland und gelten hier nicht. Deshalb stehen sie hier auch nicht.

  • Umzugshilfe: es gibt nur Firmenpreise, und die enthalten Fahrzeug, mehrere Personen und Umsatzsteuer.
  • Gartenarbeit außerhalb des Dienstleistungsschecks: Anbieter nennen Richtpreise pro Quadratmeter, nicht pro Stunde. Über den Scheck ist einfache Gartenarbeit dagegen mit 16,76 Euro abgedeckt.
  • Nachhilfe: die Nachhilfestudie der Arbeiterkammer aus 2025 belegt die Nachfrage, nicht den Stundensatz einer Privatperson.
  • Kleine Handwerksarbeiten: hier ist die rechtliche Grenze wichtiger als der Preis, siehe den nächsten Abschnitt.

Auch pauschale Monatsverdienste, wie sie anderswo versprochen werden, findest du hier nicht. Belastbar ist nur die Rechnung aus einem belegten Stundensatz mal deiner Stundenzahl, so wie oben.

Tätigkeiten einfachster Art: was ohne Gewerbeschein erlaubt ist

Nicht jede bezahlte Arbeit braucht eine Gewerbeberechtigung. Paragraf 2 der Gewerbeordnung nimmt Tätigkeiten einfachster Art aus, und die Wirtschaftskammer führt dazu die amtlichen Beispiele: das Umgraben eines Gartens, das Zusammenrechen von Laub, das Be- und Entladen ohne technische Hilfsmittel. Solche Arbeiten darfst du gegen Bezahlung übernehmen, ohne dich als Gewerbe anzumelden.

Die Ausnahme endet dort, wo Fachkenntnisse oder Spezialwerkzeug nötig werden. Eine Hecke von Hand schneiden ist etwas anderes als eine Lampe anschließen. Sobald jemand eine Fertigkeit erwartet, die man erlernen muss, greift die Ausnahme nicht mehr, und die Frage nach Gewerbe und Haftung stellt sich neu. Dazu gehört ein Punkt, den viele erst nach dem ersten Schaden klären: ob eine private Haushaltsversicherung eine bezahlte Tätigkeit überhaupt abdeckt, ist von Vertrag zu Vertrag verschieden. Frag vor dem ersten bezahlten Auftrag bei deinem Versicherer nach.

Die drei Grenzen 2026, an denen sich alles entscheidet

Die erste ist die Geringfügigkeitsgrenze. Für 2026 liegt sie bei 551,10 Euro brutto im Monat, und sie wurde ausnahmsweise nicht valorisiert, sondern eingefroren. Bleibst du bei einer einzelnen Beschäftigung darunter, fällt keine Vollversicherung an.

Die zweite ist die Freigrenze nach § 41 Abs. 1 Z 1 EStG: neben lohnsteuerpflichtigem Einkommen bleiben 730 Euro andere Einkünfte im Jahr ohne Einkommensteuererklärung. Die dritte ist die Versicherungsgrenze der SVS für Neue Selbstständige, die für 2026 bei 6.613,20 Euro Einkünften im Kalenderjahr liegt. Alle drei Werte werden jährlich neu festgesetzt, prüf sie also vor jedem Jahreswechsel nach.

Was dahintersteckt, steht jeweils in einem eigenen Ratgeber: steuerfrei dazuverdienen, die Kleinunternehmerregelung und mehrere geringfügige Jobs nebeneinander. Wer in Karenz ist, hat eigene Zuverdienstregeln, nachzulesen im Ratgeber Nebenjob in der Karenz. Und wer Pension bezieht, rechnet noch einmal anders: ab dem Regelpensionsalter darf unbegrenzt dazuverdient werden, bei vorzeitiger Alterspension und bei der Korridorpension fällt die Pension dagegen weg, sobald die Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro im Monat überschritten wird, siehe Nebenjob als Pensionist.

Nebenverdienst neben einem laufenden Job

Wer bereits vollversichert angestellt ist und geringfügig dazuverdient, zahlt nicht am Arbeitsplatz doppelt, sondern bekommt die Beiträge im Nachhinein vorgeschrieben. Die ÖGK verrechnet dafür 14,12 Prozent plus 0,5 Prozent Arbeiterkammerumlage, quartalsweise und direkt an die versicherte Person, nicht an den Betrieb. Diese Vorschreibung kommt mit Verzögerung und überrascht viele, deshalb gehört der Anteil von Anfang an zur Seite gelegt.

Eine Entlastung gibt es ab 1.1.2026: der Arbeitnehmeranteil am Arbeitslosenversicherungsbeitrag ist seither nach Entgelt gestaffelt und beträgt bis zu einem Entgelt von 2.225,00 Euro null Prozent. Ein geringfügiger Nebenjob liegt immer darunter, dieser Beitrag fällt für dich also weg. Was am Ende netto übrig bleibt, rechnest du am schnellsten mit dem Gehaltsrechner durch.

So kommst du an die ersten Aufträge in deiner Umgebung

Der Engpass ist selten die Fähigkeit, sondern die Sichtbarkeit. Wer eine Reinigung, eine Betreuung oder eine helfende Hand für den Umzug sucht, sucht im eigenen Umkreis und fragt dort zuerst, wo ein Angebot bereits steht.

Auf Lokali legst du dafür ein Angebot an, in dem du als Privatperson beschreibst, was du machst, wann du Zeit hast und was es kostet. Es wird Leuten in deiner Nähe angezeigt. Umgekehrt kannst du die Gesuche aus deiner Umgebung durchsehen und dich bei denen melden, die zu dir passen. Sucht ein Betrieb dauerhaft jemanden, stehen die offenen Stellen unter Jobs.

Ein Punkt gehört in Österreich in jedes Erstgespräch: ob per Dienstleistungsscheck oder bar bezahlt wird. Der Scheck kostet dich nichts, gekauft wird er vom Auftraggeber in der Trafik oder auf der Post, und nur mit ihm bist du ab dem ersten Tag unfallversichert, den Arbeitsweg eingeschlossen. Klär das zusammen mit Umfang, voraussichtlicher Dauer und Preis, und zwar schriftlich. Wer das sauber macht, wird wieder gefragt, und wiederkehrende Aufträge sind der Punkt, an dem ein Zuverdienst planbar wird. Solange du dein Angebot auf Lokali aktuell hältst, bleibt es auffindbar.

Häufige Fragen

Womit lässt sich in Österreich nebenbei am verlässlichsten dazuverdienen?

Mit haushaltsnaher Arbeit über den Dienstleistungsscheck, weil dort als einzigem Nebenverdienst gesetzliche Mindeststundensätze gelten. Für 2026 sind das mindestens 16,76 Euro für Reinigung, Haushaltshilfe ohne Kochen und einfache Gartenarbeit, 17,28 Euro mit Kochen, 18,07 Euro für Kinderbetreuung und 22,43 Euro für die Reinigung nach einem Professionisten-Einsatz. Welche Beträge dabei steuerfrei bleiben, steht im Ratgeber zum steuerfreien Dazuverdienen.

Wie viele Stunden darf ich über den Dienstleistungsscheck arbeiten?

Begrenzt ist nicht die Stundenzahl, sondern der Betrag: pro Monat und Arbeitgeber sind 2026 höchstens 755,01 Euro zulässig, ein einzelner Scheck deckt höchstens 160,00 Euro ab. Beim Reinigungssatz von 16,76 Euro entspricht das rund 45 Stunden im Monat, bei Kinderbetreuung knapp 42 Stunden. Bei mehreren Auftraggebern gilt die Grenze je Auftraggeber.

Wie komme ich am schnellsten an das erste Geld?

Am kürzesten ist der Weg über Arbeit ohne Anmeldeaufwand: der Dienstleistungsscheck wird direkt nach der geleisteten Arbeit übergeben, und Tätigkeiten einfachster Art nach Paragraf 2 Gewerbeordnung sind ohne Gewerbeschein erlaubt. Wie rasch sich jemand meldet, hängt von der Nachfrage in deinem Ort ab.

Was passiert, wenn ich neben meinem Hauptjob geringfügig dazuverdiene?

Die ÖGK verrechnet die Beiträge nachträglich direkt mit dir, nämlich 14,12 Prozent plus 0,5 Prozent Arbeiterkammerumlage, quartalsweise vorgeschrieben. Der Arbeitnehmeranteil am Arbeitslosenversicherungsbeitrag ist ab 1.1.2026 nach Entgelt gestaffelt und beträgt bis zu einem Entgelt von 2.225,00 Euro null Prozent, ein geringfügiger Nebenjob liegt immer darunter.

Brauche ich für einen Nebenverdienst einen Gewerbeschein?

Nicht für Tätigkeiten einfachster Art. Die Wirtschaftskammer nennt als amtliche Beispiele das Umgraben eines Gartens, das Zusammenrechen von Laub und das Be- und Entladen ohne technische Hilfsmittel. Sobald Fachkenntnisse oder Spezialwerkzeug nötig werden, greift die Ausnahme nicht mehr.

Muss ich eine Steuererklärung abgeben, wenn ich mit Dienstleistungsschecks bezahlt werde?

Ja. Eine Bezahlung mit Dienstleistungsschecks löst einen Pflichtveranlagungstatbestand aus. Eine Arbeitnehmerveranlagung ist damit abzugeben, auch dann, wenn sich daraus keine Nachzahlung ergibt.

Wenn du eine Fähigkeit hast, die Haushalte in deiner Nähe brauchen, ist der nächste Schritt ein klar formuliertes Angebot: Leistung, Verfügbarkeit, Preis. Wer die Zahlen aus diesem Text kennt, geht mit einem belegten Stundensatz ins Gespräch statt mit einem Bauchgefühl.

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